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21. November 2008
Entscheidung über Hilfen für US-Autobauer vertagt


Washington - Den ums Überleben kämpfenden US-Autobauern rennt die Zeit davon. Der Kongress vertagte am Donnerstagabend eine Entscheidung über ein 25 Milliarden Dollar schweres Hilfspaket und forderte die drei großen Hersteller General Motors, Ford und Chrysler auf, bis 2. Dezember einen Plan über die Verwendung des Geldes vorzulegen.

«Solange sie uns den Plan nicht zeigen, können wir ihnen kein Geld geben», sagte die Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, auf einer Pressekonferenz. Wenn die Autohersteller einen zufriedenstellenden Plan vorlegten, könnte noch Anfang Dezember über die Bereitstellung der Gelder abgestimmt werden, erklärten Pelosi und der Führer der demokratischen Senatsmehrheit, Harry Reid. Es wird erwartet, dass der Kongress in der Woche ab dem 8. Dezember über mögliche Hilfe entscheidet.

Millionen Jobs in Gefahr

Die US-Autobauer sind wegen der Konjunkturflaute und der Finanzkrise in schwere Turbulenzen geraten. Kritiker werfen ihnen aber auch eine verfehlte Modellpolitik vor. Die großen Drei haben allein im dritten Quartal nahezu 18 Milliarden Dollar ihrer Barreserven verbrannt. Die Opel-Mutter General Motors und die früherer Daimler-Sparte Chrysler hatten jüngst gewarnt, sie könnten binnen Wochen kollabieren.

Opel bemüht sich daher um eine Bürgschaft der Bundesregierung, um nicht in den Abwärtssog des Mutterkonzerns zu geraten. Für Daimler könnte ein möglicher Zusammenbruch von Chrysler zur Belastung werden. Die Stuttgarter halten nach wie vor knapp 20 Prozent an dem kleinsten US-Autobauer, der Buchwert ist im dritten Quartal zwar abgeschrieben worden. Im Notfall müssten die Schwaben aber für eine Milliarde Dollar an Chrysler-Pensionsverpflichtungen geradestehen. Zudem hatte Daimler dem US-Autobauer vor mehreren Monaten einen Kredit in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar gegeben.

Die US-Autobauer selbst warnen, dass bei ihrem Zusammenbruch Millionen von Arbeitsplätzen auf dem Spiel stehen. Branchenexperten zufolge könnten allein bei der Pleite eines der Hersteller mehr als zwei Millionen Jobs in den USA verloren gehen.

Hoffnung auf abgespecktes Hilfspaket

Aus dem Paket für die Banken in Höhe von 700 Milliarden Dollar sollten eigentlich 25 Milliarden für General Motors, Ford und Chrysler abgezweigt werden, damit diese energiesparende Autos entwickeln können. Die Autokonzerne dringen darauf, weitere 25 Milliarden aus dem Paket zu erhalten.

Mit ihren Anträgen stoßen die Hersteller auf große Skepsis bei den Abgeordneten und der Regierung von US-Präsident George W. Bush. Mit ihren Auftritten vor dem Kongress in dieser Woche hatten die Firmenchefs die Skepsis sogar noch verschärft. «Diese Typen, die ihn ihren großen Firmenjets durch die Gegend fliegen, haben keinen guten Eindruck bei den Menschen in Las Vegas, Reno oder anderswo hinterlassen», sagte Reid. Eine Gruppe aus Demokraten und Republikanern aus US-Staaten mit Produktionsstandorten der Autoindustrie versuche nun, sich auf ein abgespecktes Hilfspaket zu verständigen.

Die scheidende Bush-Regierung kritisierte, der Kongress hätte wenigsten über die 25 Milliarden für die Entwicklung energiesparender Autos entscheiden können. «Warum verzögert der Kongress die Entscheidung?», fragte eine Sprecherin des Weißen Hauses.








 
 



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