Die internationale Nachrichtenagentur Associated Press will im kommenden Jahr weltweit zehn Prozent ihrer Stellen abbauen. Das kündigte AP-Präsident Tom Curley am Donnerstag in New York an. Von den derzeit 4.100 Arbeitsplätzen sollen demnach mehr als 400 gestrichen werden. Betroffen seien auch einige der 3.000 Journalisten. Er hoffe, dass ein Großteil des Abbaus über eine Nichtbesetzung offener Stellen und ohne betriebsbedingte Kündigungen erreicht werden könne, sagte Curley. Er schloss aber auch Kündigungen nicht aus.
Associated Press, die größte weltweit agierende Nachrichtenagentur im Medienbereich, arbeitet laut Curley derzeit noch profitabel. Für das kommende Jahr wird jedoch ein Rückgang des Cashflows von 95 Millionen Dollar (75 Millionen Euro) 2008 auf 66 Millionen Dollar (52 Millionen Euro) erwartet. Grund sind vor allem um 30 Millionen Dollar rückläufige Einnahmen aus dem Geschäft mit den angeschlagenen Zeitungskunden auf dem US-Markt. Beim Umsatz wird 2009 ein Rückgang um 5,5 Prozent von derzeit 746 Millionen Dollar auf 705 Millionen Dollar erwartet.
Der Stellenabbau soll die AP auf den drohenden weiteren Konjunkturrückgang vorbereiten, in den USA und weltweit. Curley sagte: «Wir wissen nicht, wie drastisch der wirtschaftliche Einbruch sein wird.» Mit den geplanten Maßnahmen würden jährlich 25 Millionen Dollar eingespart. Bereits seit Oktober gilt bei der AP ein weltweiter Einstellungsstopp.
In den USA steht die AP in jüngster Zeit unter verschärftem Wettbewerbsdruck, unter anderem von Seiten der zu Times Warner gehörende TV-Nachrichteneinheit CNN, die derzeit einen Nachrichtendienst für Zeitungen aufbaut. CNN gehört auch zu den Eignern der in den USA auf genossenschaftlicher Basis arbeitenden AP. Mehr als 100 amerikanische AP-Kunden haben mit einer Kündigung gedroht, darunter große Blätter wie die «Los Angeles Times» und die «Chicago Tribune».
