Schonung für die malträtierten Ohren von Orchestermusikern: Experten haben einen Schallschutzschirm entwickelt, der im kritischen Bereich oberhalb von 250 Hertz den Schallpegel am Ohr um bis zu 20 Dezibel senkt. Er besteht aus einer Plexiglasfläche, die im oberen Teil geneigt ist und so den Schall über den Kopf des vorne sitzenden Musikers nach oben leitet, wie die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig berichtet.
Die EU-Lärmschutz-Verordnung, die seit dem 15. Februar auch für deutsche Orchester gilt, sei bisher viel zu selten in die Praxis umgesetzt worden, beklagen die Wissenschaftler. Der Prototyp sei nicht patentiert und könne leicht nachgebaut werden. Allerdings wirke der neue Schallschutzschirm nur dann, wenn er den individuellen Gegebenheiten des Probenraumes oder des Orchestergrabens angepasst sei.
Orchestermusiker sind nach Untersuchungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin Schalldruckpegeln ausgesetzt, die geeignet sind, Gehörschäden zu verursachen. In einer Wagner-Oper könnten leicht Lärm-Werte von 120 Dezibel und mehr erreicht werden. Der durchschnittliche Lärmpegel in Symphonie- und Opernorchestern liege zwischen 80 und 100 Dezibel. Immerhin sei ein Pegel von 85 Dezibel so laut, dass man sich nur schreiend verständigen könne.
