Air France/KLM droht bei einem Verkauf der österreichischen Airline AUA an die Lufthansa mit rechtlichen Schritten. Der designierte Chef des französisch-niederländischen Luftfahrtkonzerns, Pierre-Henri Gourgeon, sagte der «Financial Times Deutschland» vom Freitag, die österreichische Staatsholding ÖIAG habe seinem Unternehmen in dem Bieterverfahren um die angeschlagene AUA «Bedingungen diktiert, die sie offenbar zugunsten der Lufthansa aufgibt».
Die Kritik richtet sich offenbar gegen die Bereitschaft der österreichischen Regierung, Lufthansa den Einstieg mit der Übernahme von 500 Millionen Euro Schulden schmackhaft zu machen. Air France/KLM hatte sich auch an der österreichischen Fluggesellschaft interessiert gezeigt, aber kein verbindendliches Angebot vorgelegt. Die ÖIAG entschied in der vergangenen Woche, nur noch mit Lufthansa zu verhandeln und bis Anfang Dezember ein Ergebnis zu erzielen.
«Wenn nun die Bedingungen verändert werden, möchten wir noch einmal konsultiert werden», sagte Gourgeon der «FTD». Er übernimmt Anfang Januar das operative Geschäft von Air France/KLM. «Wir überlegen rechtliche Schritte gegen das Verkaufsverfahren, in dem die Spielregeln nachträglich geändert werden.»
Die ÖIAG wies die Vorwürfe zurück. Die Klagedrohungen seien «völlig haltlos», sagte ein Sprecher der Staatsholding der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Sowohl die Ausschreibungsunterlagen als auch der Verkaufsprozess seien EU-konform. Das hätten Gutachten ergeben. Die Air France habe kein bindendes Angebot, sondern lediglich zwei Briefe abgegeben.
