
21. November 2008
Royal und Aubry in Stichwahl um Vorsitz der Sozialisten
Paris - Das Rennen der französischen Sozialisten um einen neuen Parteichef wird am Freitag in einer Stichwahl zwischen Expräsidentschaftskandidatin Ségolène Royal und der früheren Arbeitsministerin Martine Aubry entschieden. Royal konnte die erste Runde der Urabstimmung am Donnerstag zwar klar gewinnen, erreichte aber nicht die notwendige absolute Mehrheit. Von den knapp 140.000 Mitgliedern, die ihre Stimme abgaben, votierten 42,45 Prozent für Royal. Auf Aubry entfielen 34,73 Prozent. Der dritte Kandidat, der Europaabgeordnete Bernoit Hamon, schnitt mit 22,83 Prozent überraschend gut ab, ist aber dennoch aus dem Rennen.
Hamon rief seine Anhänger nach Bekanntgabe der Ergebnisse auf, in der Stichwahl «massiv für Martine Aubry zu stimmen». Beide Politiker stehen für eine linke Orientierung der PS, während Royal die Partei modernisieren und in die politische Mitte führen möchte. Nach der Wahlempfehlung Hamons für ihre Kontrahentin geht Royal nun allerdings mit geringeren Chancen in die zweite Runde. Wer sich im Kampf um die Nachfolge Francois Hollandes durchsetzt, der die PS elf Jahre lang führte, hat gute Aussichten auf die Kandidatur der Partei bei der nächsten Präsidentschaftswahl 2012.

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