Peter Heesen, der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbunds, hat sich dagegen ausgesprochen, Staatsdiener ins Rentensystem zu integrieren: «Aus dem bisherigen Nettoeinkommen können Beamte nicht für ihre Altersbezüge sorgen. Deshalb: Wenn das Rentensystem auf sie ausgeweitet würde, wären gleichzeitig sämtliche Beamtengehälter erheblich anzuheben», sagte Heesen der «Passauer Neuen Presse». «Dazu müsste in der Verfassung der Grundsatz der Alimentation gestrichen werden. Das wäre die faktische Abschaffung des Berufsbeamtentums mit allen Konsequenzen: Streikrecht auch für die Polizei zum Beispiel.»
Heesen wandte sich gegen den Vorwurf, es gebe eine Überversorgung der Beamten. «Das ist eine reine Neiddebatte im Sommerloch, noch dazu auf Basis falscher Grundlagen. Wer bei Renten und Pensionen nur auf die nackten Zahlen schaut, wird der Sache nicht gerecht. Hier werden Eier mit Wassermelonen verglichen», sagte Heesen. So sei für die Beamten die Pension die einzige Altersversorgung. Ein Angestellter erhalte dagegen im Alter oft zusätzliche Versorgung etwa durch Betriebsrenten.
So erhielten etwa Beamte im Strafvollzug einen Sold von 2.100 Euro. «Die Pension beträgt davon maximal 71,75 Prozent und muss noch voll versteuert werden», sagte Heesen. «Weil Beamte später einen Versorgungsanspruch haben, der sich aus ihrem letzten Verdienst berechnet, ist ihre Besoldung in jungen Jahren niedriger. Sie werden deutlich schlechter bezahlt als Angestellte in vergleichbaren Funktionen», erklärte der DBB-Vorsitzende.
