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21. August 2008
59 Tote bei Anschlag auf Waffenfabrik in Pakistan


Islamabad - Zwei Selbstmordattentäter haben bei Anschlägen auf eine Waffenfabrik in Pakistan am Donnerstag mindestens 59 Menschen mit in den Tod gerissen. Sie zündeten ihre Sprengsätze vor der Fabrik 35 Kilometer westlich von Islamabad, als viele Arbeiter gerade auf dem Weg nach Hause waren, wie die Polizei mitteilte. Weitere 70 Menschen erlitten Verletzungen. Die Fabrik liegt im Nordwesten des Landes, wo die Gefechte zwischen Truppen und islamistischen Extremisten in den vergangenen Wochen eskalierten.

Zu dem Anschlag bekannten sich mehrere pakistanische Taliban-Gruppen. Ein Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AP, es handele sich um Vergeltungsanschläge für militärische Angriffe in Bajur, einer Hochburg der Islamisten nahe der afghanischen Grenze. Der Sprecher, Maulvi Umar, kündigte weitere Anschläge in größeren Städten an, sollten die Truppen ihre Operationen nicht einstellen.

Die beiden größten Parteien des Landes stritten nach dem Rücktritt von Präsident Pervez Musharraf unterdessen weiter über die Zukunft des Landes. Die Pakistanische Muslimliga des früheren Ministerpräsidenten Nawaz Sharif drohte mit einem Ausstieg aus der Koalition, sollten die von Musharraf entlassenen Richter nicht wieder eingesetzt werden. Die Zukunft der Regierung hänge von dieser Entscheidung ab, sagte Parteisprecher Sadiqul Farooq.

Die Pakistanische Volkspartei (PPP) erklärte, auch sie unterstütze die Rückkehr der Richter, habe aber auch noch andere Prioritäten, wie die Verbesserung des Lebensstandards im Land. Der PPP-Vorsitzende Asif Ali Zardari hat dem früheren Chefrichter am Obersten Gerichtshof, Iftikhar Mohammed Chaudhry, zu große Nähe zur Politik vorgeworfen. Beobachtern zufolge fürchtet er außerdem, Chaudhry könnte die Korruptionsermittlungen gegen ihn wieder anstoßen. Auch auf einen Nachfolger für Musharraf haben sich die Parteien noch nicht einigen können.








 
 



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