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21. August 2008
(Update) - Russland «überdenkt» Zusammenarbeit mit NATO


Moskau - Russland erwägt offenbar eine Aussetzung seiner militärischen Zusammenarbeit mit der NATO. Die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete am Donnerstag, Moskau überdenke seine gesamte Zusammenarbeit mit dem westlichen Militärbündnis und zitierte den stellvertretenden Außenminister Alexander Gruschko mit den Worten: «Natürlich wird dies auch die militärische Kooperation betreffen.» Der russische Botschafter bei der NATO, Dmitri Rogosin, wurde zu Beratungen nach Moskau gerufen.

Das norwegische Verteidigungsministerium hatte bereits am Mittwoch mitgeteilt, Russland habe der norwegischen Botschaft in Moskau telefonisch ein Einfrieren der militärischen Kontakte zur NATO angekündigt. Norwegen ist einer der 26 NATO-Mitgliedstaaten. Dem NATO-Hauptquartier in Brüssel lag bis Donnerstagmittag nach eigenen Angaben noch keine entsprechende Mitteilung Russlands vor.

Der russische Botschafter bei der NATO, Rogosin, wollte nach Angaben eines Mitarbeiters am (morgigen) Freitag nach Moskau reisen. Er werde «für einige Zeit» dort bleiben, um über eine Reaktion auf das NATO-Außenministertreffen vom Dienstag zu beraten, sagte ein russischer Diplomat der AP.

Die NATO hatte am Dienstag beschlossen, bis zum Abzug der russischen Truppen aus dem georgischen Kernland die regelmäßigen Kontakte mit Moskau im Rahmen des NATO-Russland-Rats auszusetzen. Die militärische Zusammenarbeit mit Moskau ist von dieser Entscheidung aber nicht unmittelbar betroffen. Sie besteht im Wesentlichen in gemeinsamen Übungen. Russland hat den NATO-Staaten zudem gestattet, Nachschub für ihre Truppen in Afghanistan über sein Territorium zu transportieren. Bislang werde dieser Transportweg mangels Zustimmung der benachbarten zentralasiatischen Staaten aber ohnehin nicht genutzt, hieß es bei der NATO.

NATO startet Übung im Schwarzen Meer

Unterdessen trafen im Schwarzen Meer drei Kriegsschiffe der NATO zu einer Übung ein. Mit dem Konflikt in Georgien, das im Osten des Binnenmeers liegt, besteht nach Darstellung der NATO kein Zusammenhang. Es handele sich um eine seit langem geplante Übung mit Routine-Besuchen in Häfen der NATO-Mitglieder Bulgarien und Rumänien, erklärte Vizeadmiral Pim Bedet im militärischen Hauptquartier der NATO im südbelgischen Mons.

Zu den drei Schiffen aus Deutschland, Polen und Spanien soll Ende der Woche eine US-Fregatte hinzustoßen, die «USS Taylor». Auch bulgarische und rumänische Schiffe sollen an dem auf drei Wochen angelegten Übungsmanöver teilnehmen, das nach Angaben der NATO schon seit über einem Jahr geplant war.








 
 



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