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21. August 2008
Handys sollen Jugendlichen beim Abnehmen helfen


Rostock - Mit einer völlig neuen Methoden wollen Rostocker Forscher dem Übergewicht vieler Jugendlicher zu Leibe rücken: Handys mit Bewegungssensoren sollen die Ernährungs- und Bewegungssituation der Probanden im Alter von 11 bis 17 Jahren überwachen, teilte das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) Rostock am Donnerstag mit.

Von der Gemeinschaftsstudie des Fraunhofer-Instituts, der Inselklinik Heringsdorf auf Usedom, eines Handyherstellers und eines Mobilfunkanbieters erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnissen im Kampf gegen das Übergewicht.

Die Jugendlichen sind zunächst jeweils für vier Wochen in der Inselklinik Heringsdorf untergebracht, wo ihre Ess- und Bewegungsgewohnheiten mit den Handys beobachtet werden. Da die Studie zunächst auf ein Jahr angelegt ist, werden die Forscher zwischen 80 und 120 Jugendliche beobachten können, schätzt Gerald Bieber, Forscher am Fraunhofer IGD.

«Besonders wichtig ist es uns, einen dauerhaften, über die Studienlaufzeit hinaus anhaltenden Therapieerfolg zu erzielen», betont er. Deshalb behalten die Jugendlichen die Mobiltelefonen auch über die Zeit in der Klinik hinaus. Die Wissenschaftler können so beobachten, ob und wie sich die Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten im häuslichen Umfeld verändern.

Sensoren im Handy erkennen Bewegungsmuster

Die Bewegungssensoren in den Handys erkennen Bewegungsmuster und unterschieden zwischen einzelnen Bewegungszuständen wie Ruhe, Laufen, Hüpfen oder Radfahren, erläutert der Rostocker Forscher. Misst der Sensor über einen längeren Zeitraum am Tag keine körperlich Aktivität, werde die betroffene Person von ihrem Handy darauf aufmerksam gemacht, erklärt Bieber.

Gleichzeitig erhielten die Jugendlichen eine Rückmeldung zu ihrem Verhalten, womit ihr Bewusstsein für eine gesunde Lebensweise geschärft werden solle. Ein weiterer Anreiz sei eine Rangliste, auf der man sehen könne, wer wie viele Pfunde bislang verloren habe, sagt Bieber.

Handycam-Fotos ersetzen Ernährungsprotokolle

Für die Studienteilnehmer sei es zudem von Vorteil, dass sie künftig keine handschriftlichen Ernährungsprotokolle mehr führen müssten. Stattdessen fotografierten sie mit der Handykamera ihre Mahlzeiten und sendeten die Bilder an ihren Ernährungsberater, der sie später mit ihnen auswerte, erklärt Bieber. So könnten die Forscher sehen, was die Jugendlichen essen und vor allem zu welcher Uhrzeit.

Die Gemeinschaftsstudie startete im Mai dieses Jahres. Die Forscher hoffen darauf, die neue Handytechnik schon bald bei anderen Krankheiten anwenden zu können. «Auf dieser Grundlage wird es zum Beispiel schon bald möglich sein, Diabetespatienten bei der täglichen Bestimmung ihres Insulinbedarfes zu unterstützen, denn auch der hängt entscheidend mit der individuellen körperlichen Aktivität des Betroffenen zusammen», hofft Bieber.








 
 



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