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21. August 2008
(Update) - Greenpeace weist auf gefährliche Pestizide in Obst und Gemüse hin


Hamburg - Obst und Gemüse aus Deutschland ist laut Greenpeace häufig mit illegalen und gesundheitsschädlichen Pestiziden belastet. Neun Prozent der vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im vergangenen Jahr nachgewiesenen Pflanzenschutzmittel haben in Deutschland keine Zulassung, wie die Umweltschützer am Donnerstag mitteilten. Greenpeace habe die Anfang 2008 veröffentlichten Daten des BVL ausgewertet, da dieses seine Analysen nicht selbst auf illegale Pestizide überprüfe.

Von 2.176 belasteten Obst-, Gemüse- und Getreideproben enthielten laut Greenpeace 199 verbotene Pflanzenschutzmittel. Die meisten Rückstände fanden sich demnach in frischen Kräutern und Himbeeren, wo 18 Prozent der Proben positiv getestet wurden. Dann folgten Feldsalat, Birnen, Rucola und Johannisbeeren mit sechs bis acht Prozent der Proben.

Insgesamt spürte Greenpeace nach eigenen Angaben in den behördlichen Untersuchungsergebnissen 59 verschiedene Substanzen auf, die in Deutschland verboten sind. Drei Viertel dieser illegalen Wirkstoffe gelten als besonders gesundheits- und umweltschädlich. 21 davon seien in der ganzen EU verboten. In sechs Proben sei die sogenannte akute Referenzdosis für Pestizide der Weltgesundheitsorganisation überschritten worden, erklärte Greenpeace. Derart belastete Lebensmittel könnten bei Kindern akute Gesundheitsschäden hervorrufen.

Greenpeace fordert Verbot von illegalen Pestiziden

Greenpeace erhob schwere Vorwürfe gegen das BVL. «Die ignorieren das Problem einfach», sagte Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter der AP. «Es ist ein Skandal, dass die oberste deutsche Verbraucherschutzbehörde ihre eigenen Labordaten nicht auf illegale Pestizide untersucht», kritisierte er. So würden schwere Rechtsbrüche der Landwirte verdunkelt anstatt aufgeklärt. Greenpeace weise seit 2005 auf illegale Pestizide hin und habe eine «Schwarze Liste» erstellt.

«Viele deutsche Obstbauern und Landwirte verspritzen illegale und hochgefährliche Pestizide, weil es einfach billiger ist», sagte Krautter. Diese Gifte landeten auf dem Teller der Verbraucher und bedrohten die Umwelt. So seien viele der illegalen Spritzmittel giftig für Bienen.

Die Umweltschutzorganisation fordert von den Bundesländern, Handel und Einsatz illegaler Pestizide zu unterbinden. Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) solle künftig die Lebensmitteldaten auch auf illegale Pestizide auswerten lassen und Verstöße sowie deren Verursacher veröffentlichen.

Das BVL wollte sich am Donnerstag zunächst nicht äußern und kündigte für den späten Nachmittag eine Stellungnahme an.








 
 



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