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21. August 2008
(Update) - Freude der Bauern an guter Getreideernte getrübt


Berlin - Die deutschen Bauern haben in diesem Jahr eine gute Getreideernte eingefahren, stöhnen aber über niedrigere Preise und höhere Kosten. Der Deutsche Bauernverband stellte am Donnerstag in Berlin seine Erntebilanz 2008 vor. Danach ist bei Obst und Gemüse wegen Frost- und Hagelschäden während der Wachstums- und Reifezeiten mit geringeren Ernten zu rechnen. Auch die Frühkartoffelernte fiel kleiner aus; dafür wurden laut DBV bessere Qualitäten geliefert.

Der Generalsekretär des Bauernverbandes, Helmut Born, sagte in Berlin: «Die deutschen Ackerbauern haben eine gute, aber keine Rekordernte bei Raps und Getreide erzielt.» Sie sei mit 47,2 Millionen Tonnen höher ausgefallen als in den Vorjahren. Dies beruhe auch auf einer deutlichen Flächenausdehnung von 7,3 Prozent und höheren Hektarerträgen als 2007.

Der DBV wies darauf hin: «Die Preissenkungen auf den Getreidemärkten dürften den Anstieg der Verbraucherpreise für Nahrungsmittel dämpfen.» Als Grund für die zu niedrigen Erzeugerpreise nannte er die weltweiten Ernteprognosen, die in diesem Jahr sehr hoch ausfielen. Auf der ganzen Welt stehe seit Jahren erstmals wieder mehr Weizen zur Verfügung als verbraucht werde. Der schwächere Euro verbessere allerdings die Exportmöglichkeiten und stabilisiere die Marktchancen der deutschen Getreidebauern.

Born äußerte die Sorge, dass die höheren Erlöse der Getreidebauern die explodierenden Kosten für Energie und Düngemittel nicht aufwiegen könnten. So habe sich der Preis für Stickstoffdünger seit 2006 verdoppelt, für Phosphor und Kali verdreifacht.

Der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Hans-Michael Goldmann, nahm das zum Anlass, ein Kostenentlastungsprogramm für die Landwirte zu fordern.

Bessere Qualität bei Kartoffeln

Gestiegen sind die Verbraucherpreise für Obst und Gemüse. Der Bauernverband listete auf, dass regional erhebliche Frostschäden zum Teil zu Totalausfällen bei Pflaumen, Süß- und Sauerkirschen geführt hätten. Gleiches gelte für Erdbeeren und Äpfel, die unter Hagel gelitten hätten. Die Apfelernte sei derzeit in vollem Gang. Es werde mit zwölf Prozent weniger Ertrag als im Vorjahr gerechnet.

Hagel und starker Regen beeinträchtigte auch die Gemüseernte. So habe die Spargelernte zehn Prozent unter dem rekordträchtigen Vorjahr gelegen. Bei Salat habe es nach einem guten Start einen Preiseinbruch im Mai gegeben. Auch die Erzeugerpreise für Salatgurken und Blumenkohl stünden unter Druck.

Bei den Kartoffeln wurde der Markt laut DBV in diesem Jahr bislang geprägt von guten Qualitäten, geringeren Erträgen und Absatzmengen, aber auch verbesserten Erzeugerpreisen. Der Anbau von Frühkartoffeln habe sich verringert. Dafür seien nur festschalige Kartoffeln vermarktet worden. Die Herbsternte von Speisekartoffeln steht in den kommenden Wochen an.

Die Entwicklung der Weinreben ist in diesem Jahr im Vergleich zum langjährigen Mittel um etwa eine Woche voraus. Aus gegenwärtiger Sicht werde in Qualität und Menge ein guter Weinjahrgang erwartet, teilte der Verband mit.








 
 



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