Der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) hat im Konflikt mit dem SPD-Vorsitzenden Kurt Beck nachgelegt. Dieser leide unter fortgeschrittenem Realitätsverlust, sagte Beckstein am Donnerstag. Warum er gerade Bayern Mängel in der Bildungspolitik vorwerfe, sei ihm schleierhaft, da Bayern in allen Tests an der Spitze sei. Rheinland-Pfalz dagegen, wo Kurt Beck Ministerpräsident ist, «ist hier noch nicht einmal Mittelmaß und gilt nach internationalen OECD-Maßstäben eher als bildungspolitisches Entwicklungsland», sagte Beckstein.
Beck hatte die bayerische Bildungspolitik am Mittwoch bei einem Wahlkampfauftritt im fränkischen Coburg kritisiert. Speziell hatte er gerügt, dass die Bildungschancen je nach Herkunft ungerecht verteilt seien.
Gleichzeitig liefert sich Beckstein auch mit der SPD insgesamt einen Schlagabtausch. «Die ganze SPD ist in einem desolaten Zustand», sagte der CSU-Politiker bei «Spiegel Online». Er kritisierte sie für mögliche Kooperationen mit der Linken in Hessen und bei der Bundespräsidentenwahl. «Die SPD glaubt wohl tatsächlich, dass sie die bayerischen Wähler für blöd verkaufen kann. Die Sozis werden das noch spüren, 15 Prozent am Wahltag wäre für die SPD noch zu viel», sagte Beckstein. In Bayern sind am 28. September Landtagswahlen.
Die bayerische SPD reagierte nicht minder heftig: «Die Angst vor dem Wahltermin scheint Günther Beckstein um Anstand und Verstand gebracht zu haben», erklärte der Landesvorsitzende Ludwig Stiegler und legte beim Thema Bildung seinerseits nach: Beckstein sei «auf der Flucht vor der katastrophalen Bildungspolitik der CSU».
