Wegen der hohen Spritpreise haben Busse und Bahnen zurzeit Hochkonjunktur. Im ersten Halbjahr 2008 nutzten zwei Prozent mehr Fahrgäste öffentliche Verkehrsmittel als im Vorjahreszeitraum, wie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) am Donnerstag in Berlin berichtete.
Geschäftsführerin Claudia Langowsky sagte, immer mehr Menschen seien vom Kostenvorteil beim Bus- und Bahnfahren überzeugt. Für den Preis einer Tankfüllung könne man mit einer Monatskarte einen Monat lang in seiner Stadt oder Region mobil sein.
Zugleich wies der Verband auf die Umweltfreundlichkeit hin. Busse und Bahnen erzeugten nur ein Drittel des Kohlendioxids bei gleicher Leistung. Denn in einem durchschnittlich besetzen Standardlinienbus würden nur zwei Liter Diesel pro Person und 100 Kilometer benötigt; morgens im Berufsverkehr sogar nur ein halber Liter.
An die Bundesregierung richtete der VDV den Appell, die Umsatzsteuer von derzeit sieben auf fünf Prozent zu senken, um das Bus- und Bahnfahren noch attraktiver zu machen. Das europäische Recht lasse dies zu. «Allein im Linienverkehr würde diese Senkung eine jährliche Entlastung der Ticketpreise von rund 125 Millionen Euro ermöglichen und so die Wahl öffentlicher Verkehrsmittel positiv beeinflussen.»
