Ihr Standort: Home Kultur Bücher
 
 
 

21. Mai 2007

Belgien feiert den "Tim und Struppi"-Erfinder



Brüssel - In Belgien hat er den Status eines Nationalhelden: Hergé, der Erfinder der weltbekannten Comic-Serie «Tim und Struppi». Am (morgigen) Dienstag wäre der 1983 verstorbene Zeichner und Autor 100 Jahre alt geworden. Sein ewig junger Held Tim soll bald eine neue Karriere in Hollywood starten: Die Star-Regisseure Steven Spielberg und Peter Jackson kündigten in der vergangenen Woche an, die Abenteuer von «Tim und Struppi» neu zu verfilmen.

Die Geschichte des Weltstars «Tim» begann im Januar 1929 mit einem kurzen Comic-Strip auf der Jugendseite der Zeitung «Le Vingtième Siècle». Hergé, mit bürgerlichem Namen Georges Remis, war damals erst 21 Jahre alt. Unter dem Pseudonym Hergé - praktisch die französische Lautschrift seiner Initialen RG - hatte er schon als Schüler gezeichnet.

Ursprünglich wollte der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Brüsseler Journalist werden. An seiner Stelle wurde «Tim» oder «Tintin», wie er im Original heißt, zum rasenden Reporter mit Recherche-Aufträgen in der ganzen Welt. Stets an seiner Seite: Der treue «Struppi», im Original «Milou» - angeblich nach einer Jugendliebe Hergés benannt.

Das unzertrennliche Gespann wurde zum Welterfolg. Die 23 Alben, die Hergé bis zu seinem Tod im Jahre 1983 veröffentlichte, sind mittlerweile in über 60 Sprachen übersetzt. Weltweit wurden mehr als 200 Millionen Exemplare herausgegeben. «Sapristi!» würde Tim selbst wohl dazu sagen - die altmodische Ausdrucksweise des Reporters ist ein Markenzeichen der Comic-Serie.

Ganz selbstverständlich war der internationale Erfolg nicht. Denn gegen Ende des Zweiten Weltkrieg stand Hergé vor dem beruflichen Aus: Weil er seine Comic-Strips während der Nazizeit in der von den deutschen Besatzern kontrollierten Zeitung «Le Soir» veröffentlicht hatte, wurde ihm Kollaboration vorgeworfen. Erst die Zusammenarbeit mit dem Widerstandskämpfer Raymond Leblanc, der 1946 die Wochenzeitschrift «Tintin» gründete, rehabilitierte Hergé in den Augen der belgischen Öffentlichkeit.

Kritik musste sich der Autor allerdings auch später noch dafür gefallen lassen, dass er im 1942 erschienenen Band «Der geheimnisvolle Stern» einen jüdischen Bankier namens «Blumenstein» als Gegenspieler «Tims» auftreten ließ - bei einer späteren Überarbeitung wurde der Bösewicht in «Bohlwinkel» umbenannt. Auch Details des 1934 noch ganz im Zeichen des belgischen Kolonialismus erschienenen ersten Albums «Tim und Struppi im Kongo» wurden in einer Neuausgabe geändert.


Vorbild für nachfolgende Künstler-Generationen


Trotz alledem wird Hergé wegen seiner kontrastreichen und stark konturierten Zeichnungen bis heute als Erfinder der «klaren Linie» und Vorbild für nachfolgende Künstler-Generationen verehrt. Seine Heimatstadt Brüssel feiert den Pionier der «Neunten Kunst», wie das Comic-Zeichnen in Belgien genannt wird, in diesem Jahr mit mehreren Ausstellungen. Die Post gibt gleich 25 Sonderbriefmarken mit «Tim-und-Struppi»-Motiven heraus. Und aus dem Brüsseler Stadtbild sind die beiden Helden ohnehin nicht wegzudenken: Sie zieren eine Hauswand und eine ganze U-Bahn-Haltestelle.






 

- Anzeige -


 
 
 
 
 


 
 



* kostenlos, 2x täglich

   
 
 
ADAC     Airbus     Angela Merkel     Autobauer     Bundestagswahl     Ford     Franz Josef Jung     G-8     G-8-Gipfel     General Motors     Insolvenz     Messerattacke     Michael Jackson     Silvio Berlusconi     Trauerfeier     Zugunglück     
 
  Merkel ist "Miss Tschörmänie"

 

Vom Joomla-Anwender zum Entwickler

 

"Eau de Cologne"-Hersteller Farina feiert 300-jähriges Jubiläum

 

Jens Petersen mit Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet

 

Wissenschaftlich kommentierte Ausgabe von "Mein Kampf" vorgeschlagen

 

  Andere News
 
 
 
OLG Düsseldorf verhängt Kartellbußen gegen Zementhersteller

 

Online-Registrierung für Investoren soll Investitionsklima in Ägypten verbessern

 

Zusammenschluss kommunaler Krankenhäuser in Hessen untersagt

 

"Perform to win": E.ON prüft Zusammenlegung der Zentralen

 

BASF schließt Styropor-Anlage im spanischen Tarragona

 


 

 
Juli 2009
Mo Di Mi Do Fr Sa So
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31    

 
 
Wenn der Kunde den Preis bestimmt ...

 

Die patentierte Weltneuheit Milli-grip revolutioniert nach 160 Jahren den Rollgabelschlüssel

 

ä, ö, ü, in .eu Domains - EURid führt Umlautdomains ein

 

In Windeseile zum echten Schnäppchen: Neues Internet-Portal vereint Sonderangebote führender Versandhäuser und Versandhändler

 

Thalasso, freier Atem und Erholung pur an der sommerlichen Ostseeküste

 

  Pressemitteilung veröffentlichen
 
 
 
 
 
 
Copyright 2004-2009  by net-tribune - DGIC Group OHG | Impressum | Archiv top Top

0.4275