Köln - Die Durchstellung von Anrufen aus deutschen Festnetzen in Mobilfunknetze ist laut Aussage der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) "regulierungsbedürftig". In der Marktuntersuchung zur Definition und Analyse der Märkte für die Anrufzustellung resümiert die RegTP, dass die Mobilfunknetzbetreiber E-Plus, T-Mobile, Vodafone und 02 jeweils marktführend seien und es keine technische Alternative für konkurrierende Angebote gebe.
Viele Festnetzbetreiber beklagen, dass die Mobilfunker für die Durchschaltung der Anrufe (Terminierung) in die mobilen Netze viel höhere Entgelte fordern, als dies umgekehrt der Fall ist. Durchschnittlich werden 14 Cent pro Minute verlangt, während für die Mobilfunker für die Anrufzustellung in Festnetze maximal 1,5 Cent anfallen. Vor dem Hintergrund, dass die Terminierung zu einem Mobiltelefon an sich nicht teurer ist als zu einem Festnetzanschluss, erscheinen solche Preise absurd.
"Diese seit jeher bestehende Asymmetrie war vor zehn Jahren tragbar, als 95 Prozent aller Gespräche im Festnetz stattfanden. Angesichts der heutigen Mobilfunk-Marktdurchdringung von 86 Prozent wirken die hohen Terminierungskosten lähmend auf die Festnetzbetreiber und gefährden Geschäftsmodelle im Bereich der Telekommunikation", kritisiert Branchenexperte Christian Plätke, Geschäftsführer des Kölner Netzbetreibers IN-telegence.
Die Regulierungsbehörde begründet ihre Aussage mit der Feststellung, dass jeder Mobilfunknetzbetreiber in seinem Netz eine Monopolstellung habe. "Diese Feststellung ist prinzipiell richtig. Gleichzeitig beobachten wir oligopolistisches Verhalten: Kein Mobilfunker hat ein Interesse daran, die hohen Preise kaputtzumachen. Über dieses einträgliche Geschäft subventionieren letztlich die Festnetzendkunden die Mobilfunk-Preisschlachten, mit denen Geschäft aus dem Festnetz abgezogen wird. Den Festnetzbetreibern gehen auf diese Weise jährlich Entgelte in Millionenhöhe verloren - Gelder, die für den Infrastrukturausbau fehlen", analysiert Plätke.
Im Nachbarland Österreich ist man in dieser Hinsicht bereits weiter: Die österreichische Telekom Control Kommission (TKK) will die Terminierungsentgelte ab November schrittweise auf ein niedrigeres, einheitliches Niveau senken.
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