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21. März 2008

Nazigold-Suche geht mit Sondierungen weiter



Erfurt - Die Suche nach dem mutmaßlichen Nazigold im sächsischen Deutschneudorf wird nach den vergeblichen Bohrungen nun zunächst mit Sondierungen fortgesetzt. «Sobald der Schnee getaut ist, beginnen geophysikalische Messungen», erklärte der Professor der Geophysik, Franz Jakobs, am Donnerstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP.

«Wir untersuchen zunächst die Bodenluft auf den verschiedenen Verdachtsflächen, später setzen wir elektrische und seismische Verfahren ein, um mögliche Hohlräume zu lokalisieren.» Nach Angaben von Bürgermeister Heinz-Peter Haustein werden 1,9 Tonnen Gold unter der Erde bei Deutschneudorf vermutet.

Vor Beginn der Suche hatte er berichtet, bei Untersuchungen mit einem Spezialortungsgerät seien in rund 20 Meter Tiefe quadratische Formen entdeckt worden, die zweifelsfrei auf Gold oder Silber schließen ließen. Am 26. Februar hatten Experten der Bergsicherung mit Bohrungen begonnen. Nach vier Tagen ergebnisloser Suche wurden sie eingestellt, weil Haustein als FDP-Bundestagsabgeordneter zwei Wochen in Berlin sein wollte.

Nun will man zunächst Hohlräume im Berg aufspüren. «Die Erde entgast aus der Tiefe. Wo Klüfte, Auflockerungszonen oder Hohlräume im Boden sind, findet die Luft bevorzugt Wege, um ins Freie zu kommen», erläuterte Jakobs. Und sein Professorenkollege Bernd Leißring ergänzte: «Da es kein Gerät gibt, das tief in die Erde schauen kann, nehmen wir mit verschiedenen Methoden eine Komplexerkundung vor.» Dies werde allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Fachleute wollen das Areal Punkt für Punkt erkunden und danach eine Karte erstellen.


«Wenn wir den Eingang haben, geht es ruckzuck»


«Ich bin froh, diese Experten hier zu haben», sagte Bürgermeister Haustein. Dass zu Kriegsende im Gebiet um Deutschneudorf Kistentransporte unter starker Bewachung abgeladen worden seien, hätten verschiedene Zeitzeugen bestätigt.

«Es ist nur noch nicht klar, was sich in diesen Kisten befunden hat und wohin sie gekommen sind», sagt Haustein. Die Schwierigkeit bestehe darin, auf einer Länge von etwa einem halben Kilometer diesen einen Eingang unter der Erde zu finden. «Aber wenn wir den haben, dann geht es ruckzuck», gab sich Haustein optimistisch.

Nach Unterlagen aus dem Besitz des Hobby-Schatzsuchers Christian Hanisch aus Schleswig-Holstein soll diese Eingang zu dem Depot 1,47 Meter breit sein. Der 49-Jährige fand die Koordinaten auf einer Karte seines verstorbenen Vaters Paul Hanisch, der als Funker und Navigator dabei geholfen haben soll, «kleine, aber sehr schwere Kisten» von der märkischen Schorfheide zu einem Behelfsflughafen in der Nähe von Deutschneudorf zu fliegen. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg, Hermann Göring, hatte in seinem Jagdschloss Carinhall in der Schorfheide geraubte Gemälde und Kunstschätze gehortet.




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