Der deutsche Bankenverband geht nicht von einer raschen Verbesserung der Konjunktur in Deutschland aus. Der Geschäftsführende Vorstand des Bankenverbandes, Manfred Weber, erklärte am Donnerstag in Berlin: «Derzeit müssen die Risiken einer weiteren Verschlechterung höher eingeschätzt werden als die Chancen einer zügigen Erholung.» Die deutsche Industrie, die bislang vom hohen Wachstum der Weltwirtschaft profitiert habe, leide nun besonders stark unter dem weltweiten Nachfragerückgang.
Unsichere Zukunftsaussichten ließen Unternehmen und Verbraucher weltweit bei Kauf- und Investitionsentscheidungen zögern. Die ohnehin schwächelnde Weltwirtschaft werde durch die Finanzkrise zusätzlich belastet. «Der Rückgang der Auslandsnachfrage trifft die deutsche Wirtschaft stärker als andere», befürchtet Weber.
Es zeige sich jetzt, dass es ein Fehler gewesen sei, die Binnennachfrage nicht durch eine nachhaltige Senkung von Steuern und Abgaben zu stärken. Das Maßnahmenpaket der Bundesregierung zur Beschäftigungssicherung sei zu klein und nicht entschieden genug auf direkte Wachstumseffekte ausgelegt. «Ein rascheres Vorziehen zusätzlicher öffentlicher Investitionen und deutlicher Abgabenentlastungen ist notwendig», erklärte er.
