Zwölf Wochen vor der Parlamentswahl in Israel hat der rechtsgerichtete Likud-Block die Führung in den Umfragen übernommen. Nach einer am Donnerstag von der Tageszeitung «Haaretz» veröffentlichten Erhebung kann Likud mit 34 der 120 Knesseth-Mandate rechnen, zwölf mehr als im jetzigen Parlament. Die bisher regierende Kadima-Partei von Ministerpräsident Ehud Olmert würde demnach auf 28 Sitze kommen, einer weniger als bisher. Für die einst mächtige Arbeitspartei werden nur noch zehn Mandate vorhergesagt.
Damit kann sich Likud-Chef Benjamin Netanjahu Hoffnungen auf eine Übernahme der Regierung machen. Netanjahu lehnt die gegenwärtigen Friedensverhandlungen mit dem Ziel eines palästinensischen Staates ab. Die Kadima-Vorsitzende Zipi Livni tritt für eine Fortsetzung der Verhandlungen ein.
Die für den 10. Februar angesetzte Wahl wurde erforderlich, weil Olmert unter massiven Korruptionsvorwürfen zum Rücktritt gezwungen wurde. Danach scheiterte Livni mit dem Versuch, eine neue Koalitionsregierung zu bilden.
