Die Astronauten der US-Raumfähre «Endeavour» haben sich am Donnerstag auf die Fortsetzung ihrer Arbeiten an einem defekten Sonnensegel der Internationalen Raumstation (ISS) vorbereitet. Mit dabei ist auch wieder Heidemarie Stefanyshyn-Piper, die am Dienstag beim ersten Außenbordeinsatz der Mission eine Werkzeugtasche im All verlor. Die NASA bezifferte den Wert der Tasche auf rund 100.000 Dollar (80.000 Euro).
Stefanyshyn-Piper dachte auch einen Tag nach ihrem Missgeschick noch an den Vorfall. Es sei «sehr niederschmetternd» gewesen, als ihr die rucksackgroße Tasche mitsamt Inhalt aus der Hand rutschte und im All verschwand, sagte sie in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP. Den Bruchteil einer Sekunde habe sie noch daran gedacht, ob sie versuchen solle, die Tasche wieder zurückzuholen. Im gleichen Moment habe sie aber schon gedacht, «Nein, das macht es vielleicht nur noch schlimmer. Das Beste ist, sie wegtreiben zu lassen.»
Am Donnerstag sollte Stefanyshyn-Piper abermals im All. Es geht wieder darum, ein defektes Scharnier eines Sonnensegels zu reparieren, das seit längerem nicht richtig funktioniert. Für den geplanten Ausbau der Station ist aber die volle Energie aller Sonnensegel notwendig. Die ersten drei der insgesamt vier Arbeitseinsätze im All dienen der Reparatur des defekten Scharniers. Im vierten Einsatz soll ein weiteres Scharnier eines anderen Sonnensegels vorsorglich gewartet werden.
