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20. November 2008
Der Winter kommt mit «meteorologischem Vollgas»


Frankfurt - Am Freitag kommt der Winter mit aller Macht nach Deutschland: Arktische Kaltluft bringt von Nord nach Süd reichlich Schnee ins Land. An den Mittelgebirgen und den Alpen seien erhebliche Schneemengen zu erwarten, warnte der Deutsche Wetterdienst am Donnerstag. In der nächsten Woche soll es winterlich bleiben. Losgehen soll es am Freitag im Norden, wo sich bereits am Donnerstag die ersten Vorboten des Wintereinbruchs zeigten.

Hamburg erlebte einen Wettersturz: Der Donnerstag begann mit mildem und trockenem, aber bedecktem Herbstwetter. Über den Tag fiel die Temperatur spürbar, am Nachmittag färbte sich der Himmel mit einem Gewitter schwarz, schwere Schauer.

Die Kaltfront, die mit dem «meteorologischem Vollgas» von Tempo 60 südwärts fegt, liegt den Prognosen zufolge am Freitagmittag auf einer Linie Aachen - Cottbus. Dahinter fallen die Temperaturen auf Werte um null Grad, auf den Bergen gibt es Dauerfrost.

Spätestens in der Nacht zu Samstag gehen die Niederschläge auch in den Niederungen in Schnee über, wobei besonders im Süden sehr starker Wind weht. Dieser Nordwestwind sorge dafür, dass vor allem in den Staulagen des nördlichen Mittelgebirgsrandes, im Erzgebirge und an den Alpen «erhebliche Schneemengen zu erwarten sind und in Verbindung mit dem starken Wind auch Verwehungen. Es braucht nur wenig Fantasie, um sich das dann folgende Verkehrschaos in den Mittelgebirgen vorzustellen», mahnte der DWD-Meteorologe Christoph Hartmann.

ADAC erinnert an nötige Winterausrüstung

Der Auto Club Europa sieht dagegen keinen Grund, Panikstimmung zu verbreiten. «Die meisten Autofahrer werden ihre Fahrweise verantwortungsbewusst auf die widrigen Gegebenheiten einstellen», sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. Die Zahl der Unfälle wegen Glätte durch Schnee und Eis sei von 2005 bis 2007 kontinuierlich zurückgegangen.

Der ADAC appellierte an die Autofahrer, ihre Wagen entsprechend auszurüsten. Vor allem Winterreifen seien ein absolutes Muss, erklärte der Verkehrsclub am Donnerstag. Wer bei den vorhergesagten starken Schneefällen am Wochenende eine längere Fahrt plane, solle nur mit vollem Tank starten und Zwangspausen einkalkulieren. Als Notausrüstung empfiehlt der ADAC zudem warme Decken, etwas Proviant, Getränke und Spielzeug für Kinder. Räumfahrzeuge sollten auf Autobahnen nicht überholt werden.

«Schneelandschaft im Sonnenschein»

Der Winter nistet sich nach seinem furiosen Auftakt erst einmal in Deutschland ein. Bis zum übernächsten Wochenende werde es landesweit Nachtfrost geben - «und sogar Eistage mit Höchstwerten unter null Grad sind in den Niederungen zu erwarten».

Nach einem Nachlassen der Schneeschauer am Sonntag kommt am Montagmorgen westlich des Rheins Nachschub, der zu Behinderungen im Berufsverkehr führen werde. «Mit weiteren Schneefällen ist dann aber nicht mehr zu rechen, eher sind Spaziergänge durch die Schneelandschaft im Sonnenschein möglich», prognostizierte DWD-Meteorologe Hartmann.

Haus- und Grundstückseigentümer müssen dann auch wieder zur Schippe greifen: Denn sie sind zur Räumung der Gehwege verpflichtet, weil die meisten Städte und Gemeinden die Pflicht zur Reinigung der dem Grundstück anliegenden Straßen und Wege auf den jeweiligen Eigentümer übertragen. Darauf weist die Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund hin. Aber auch Mieter können zum Schneeräumen verpflichtet werden: Die Vermieter können die Räumungspflicht mit einer entsprechenden Regelung im Mietvertrag auf sie übertragen.

 








 
 



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