Die Angst vor einer langen weltweiten Rezession lässt den Ölpreis immer weiter abrutschen. Ein Fass Rohöl kostete am Donnerstag kurzzeitig weniger als 50 Dollar je Fass. Das ist der niedrigste Stand seit Januar 2007. In London war die Nordseeöl Brent sogar für 48,83 Dollar zu haben. Im Juli kostete ein Barrel Öl noch rund 147 Dollar.
Hintergrund des Ausverkaufs sind schlechte Wirtschaftsdaten aus den USA. So stieg die Zahl der Jobverluste auf den höchsten Stand seit 16 Jahren. Damals kam die US-Wirtschaft gerade aus der Rezession. Experten erwarten, dass sich der Arbeitsmarkt im kommenden Jahr noch schlechter entwickelt.
Der Preissturz beim Öl führt in den USA nicht zu einem höheren Benzinverbrauch. Nach Zahlen des Verkehrsministeriums sank im September die Zahl der gefahrenen Kilometer.
Das Ölkartell OPEC könnte die sinkenden Preise mit einer weiteren Drosselung der Produktion stabilisieren. Die Organisation erdölexportierender Länder trifft sich Ende November vor einer offiziellen Konferenz im Dezember.
Investoren reagierten zuletzt gelassen auf Ereignisse, die zu einer Einschränkung des Ölangebotes führen könnten. So beschädigten Kämpfer eine Pipeline im Niger-Delta. Somalische Piraten kaperten außerdem in dieser Woche einen saudischen Supertanker mit Öl im Wert von 100 Millionen Dollar an Bord.
