Ihr Standort: Home -> News
  


20. November 2008
Psychiater warnen vor Rückfall in die 80er Jahre


Berlin - Vor einem Rückfall in die 80er Jahre bei der Versorgung in psychiatrischen Kliniken hat die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) gewarnt. «Der Gesetzgeber plant, die Mindestanforderungen für die Personalausstattung in psychiatrischen Kliniken um 10 Prozent zu kappen», sagte Karl Beine, DGPPN-Vorstandsmitglied und Leiter der Psychiatrie Witten/Herdecke am Donnerstag.

Die Auswirkungen für Patienten wären nach seinen Worten verheerend: «Der bereits vielerorts vorhandene Versorgungsmangel in Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik würde weiter eskalieren», sagte Beine.

Hintergrund ist der Entwurf des sogenannten Krankenhausfinanzierungs-Reformgesetzes (KHRG), das derzeit im parlamentarischen Beratungsverfahren ist: In diesem Gesetz soll die auch Personalausstattung für Kliniken neu geregelt werden, in denen Menschen mit psychischen Erkrankungen behandelt werden.

«Patienten nur noch verwaltet»

Zuletzt hatte der Gesetzgeber 1991 festgelegt, wie viel medizinisches Personal in stationären psychiatrischen Einrichtungen mindestens notwendig ist. Die festgeschriebene Personalausstattung sei in den meisten psychiatrischen Kliniken aber nie erreicht worden; nur wenige Einrichtungen verfügten heute über ausreichend Ärzte und Pflegepersonal, schrieb der Verband. Der direkte Arzt-Patientenkontakt sei auf nur noch 50 Prozent des ehemals festgeschriebenen Zielwerts abgesunken.

Bei Umsetzung des Gesetzentwurfs würde der heutige Versorgungsmangel festgeschrieben, warnten die Psychiater: «Schon heute können viele unserer Patienten nicht mehr medizinisch versorgt, sondern nur noch verwaltet werden.»

Eigentlich sei festgelegt, «dass Psychiater mindestens 80 Minuten pro Woche direkten Kontakt mit ihren Patienten haben sollten. Heute liegen wir bei durchschnittlich 40 Minuten», klagte Beine. In der modernen Psychiatrie sei das Arzt-Patienten-Gespräch in den allermeisten Fällen aber zentraler Bestandteil der Therapie.

Die Psychiater äußerten sich vor der DGPPN-Jahrestagung, die vom 26. bis zum 29. November in Berlin stattfindet und zu der mehr als 7.000 Teilnehmer erwartet werden.

 








 
 



* kostenlos, 2x täglich
 

Google

gegen den Walfang

Finanznöte des Merckle-Imperiums

Vom hohen Rosenthal Ross gefallen

Keine festen Alkoholgrenzen?

Klimaerwärmung?

Wieso immer zahlen?

Das können Verbraucher viel schneller

miley

Fotos

Staatsbuettel 007


- Anzeige -

 


- Anzeige -

 

Copyright by net-tribune | Impressum | Optimiert für 1024 x 768 pxl Top