Die Länder Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt planen ein gemeinsames Zentralabitur. Dieses könnte bereits ab Schuljahr 2011/2012 in den Kernfächern eingeführt werden, sagte der Kultusminister von Sachsen-Anhalt, Jan-Hendrik Olbertz, auf einem Mitteldeutschen Bildungskongress am Donnerstag in Erfurt. Es gehe um verbindliche Voraussetzungen für die Zulassung zur Hochschule durch Pflichtfächer. Die Abiturienten würden dann nach einem exakt gleichen Aufgaben-Pool arbeiten.
«Föderalismus heißt ja nicht, dass jeder seine Eingeborenen-Tänze aufführt», betonte der Minister. Vielmehr sollte man nach Synergie-Effekten suchen, sich abstimmen und moderne Ideen von Föderalismus entwickeln. Es gehe um Transparenz und Vergleichbarkeit bei der Beantwortung der Frage, was eine erfolgreiche Schule ausmache. Die drei Länder hätten beim aktuellen Pisa-Test hervorragend abgeschnitten und könnten durch ihre Bildungspolitik deutschlandweit Furore machen, sagte Olbertz.
Sachsens Kultusminister Roland Wöller sagte, das deutsche Bildungssystem sei in Bewegung geraten. Wer nach Erfolgsfaktoren frage, lande zwangsläufig im mitteldeutschen Raum. Kontinuität, Verlässlichkeit und die Wertschätzung des Lehrerberufs seien entscheidend. In allen drei Ländern gebe es das zweigliedrige Schulsystem; Haupt- und Realschulgang seien unter einem Dach. Es existierten aber auch noch Baustellen, auf denen hart gearbeitet werden müsse: So habe das Kind eines Akademikers die vierfach höhere Chance, zum Abitur zu kommen, als das Kind eines Facharbeiters.
Der thüringische Kultusminister Bernward Müller wies darauf hin, dass es in den drei Ländern sehr ähnliche Bildungsstrukturen gebe. Auch habe sich das Abi nach zwölf Schuljahren bewährt. Jetzt komme es auf die Sicherung und auf die Steigerung der Qualität an, sagte Müller.
