Der wirtschaftliche Abschwung wird sich nach Ansicht von ifo-Chef Hans-Werner Sinn erst im kommenden Jahr deutlich bemerkbar machen. «Die Rezession fängt ja jetzt erst an», sagte der Chef des ifo-Wirtschaftsforschungsinstitut der «Nürnberger Zeitung» (Freitagausgabe). «Wir stehen immer noch erst am Beginn einer wirtschaftlichen Flaute, die sich im nächsten Jahr weiter auswachsen und alle großen Wirtschaftsbereiche erfassen wird», erklärte Sinn.
Die Regierungen müssten der Krise mit Steuersenkungen und Infrastrukturinvestitionen begegnen. «Ich würde ein Konjunkturprogramm vorbereiten und es anwenden, wenn die Konjunktur wirklich im Keller ist, was gegenwärtig noch nicht der Fall ist», sagte der Wirtschaftsforscher.
Zudem müsse verhindert werden, dass Banken ihr Geschäftsvolumen einschränkten. «Das ist im Moment nämlich die große Devise bei den Bankvorständen», sagte Sinn. «Die Einschränkung des Geschäftsvolumens würde dazu führen, dass die Firmen nicht mehr genug Kredite für ihre Investitionen bekommen.» Der ifo-Chef forderte, das Bankenrettungspaket nachzubessern und die Banken zu zwingen, nach festen Schlüsseln staatliches Geld zur Stützung ihres Eigenkapitals anzunehmen.
