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20. November 2008
Länder des Weltverkehrsforums beklagen 150.000 Verkehrstote


Paris - Mehr als 150.000 Menschen sind 2007 in den Ländern des Weltverkehrsforums bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Rund sechs Millionen wurden verletzt. Besonders hoch ist das Todesrisiko in Mittel- und Osteuropa sowie den Staaten der GUS. Das belegt eine Statistik, die die OECD-Unterorganisation am Donnerstag in Paris vorlegte. Generalsekretär Jack Short nannte die Zahlen deprimierend. Deutschland liegt mit knapp 70 Todesopfern pro Million Einwohner an neunter Stelle der sichersten Länder.

Im Weltverkehrsforum (ITF) sind 51 Länder rund um die Welt mit Ausnahme Afrikas und Südamerikas vertreten. 44 davon lieferten der Statistik zu. Die Ergebnisse variieren deutlich. Den größten Blutzoll, absolut gesehen, zahlten die Vereinigten Staaten mit 41.059 Verkehrstoten. Relativ zur Bevölkerungszahl ist der Straßenverkehr in Russland (absolut 33.308) mit rund 230 Toten auf eine Million Einwohner am gefährlichsten.

Am sichersten in Japan

Realtiv am sichersten ist der Straßenverkehr in Japan, wo vergangenes Jahr 5.744 Menschen ums Leben kamen. Das entspricht einer Todesrate von 45 pro Million Einwohner. Dahinter - und vor Deutschland - kommen Island, die Niederlande, Norwegen, Großbritannien, die Schweiz, Mexiko und Schweden.

Japan liegt auch in der Spitzengruppe der Länder, denen es gelang, die Zahl merklich zu reduzieren: Minus 9,6 Prozent verzeichnet die ITF-Statistik. Für Deutschland, wo dieser Statistik zufolge 4.949 Verkehrstote registriert wurden, stehen minus 2,8 Prozent in der Liste. Hier ist der Spitzenreiter Island mit minus 51,6 Prozent. Auf der Insel starben nur 15 Menschen den Verkehrstod.

Schnelle Motorisierung, wenig politische Anstrengung

«Wenn alle Länder Raten wie Japan, Norwegen, das Vereinigte Königreich oder die Niederlande hätten, wären mehr als 80.000 Leben gerettet worden», sagte Short. Den hohen Zuwachs von 6,4 Prozent in Mittel- und Osteuropa erklärte er mit der schnell zunehmenden Motorisierung, aber auch mit dem «Fehlen von kontinuierlichen und wirksamen Anstrengungen der Politik».

In Westeuropa ist die Lage unterschiedlich. Insgesamt wird zwar ein Rückgang um 1,2 Prozent ermittelt, aber einzelne Länder, darunter Dänemark, Schweden und Finnland, verzeichnen hohe Zuwachsraten, allerdings ausgehend von relativ niedrigen absoluten Zahlen. Die Zahl der Verletzten und der Unfälle ist in Westeuropa dagegen gestiegen. Short nannte das «ein deutliches Zeichen, dass wir unsere Straßen nicht sicherer machen».

 








 
 



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