Auf Partys von Peking bis Las Vegas ist am Donnerstag seit Mitternacht fast schon traditionell die Ankunft des jungen, fruchtigen Beaujolais Nouveau gefeiert worden. Auf die französischen Winzer ist die Partylaune in diesem Jahr noch nicht übergesprungen: Die Lese fiel wegen eines verregneten und kalten Augusts katastrophal aus, das Volumen des Jahrgangs 2008 ist das schwächste seit 1975. Einige Winzer haben ihre gesamten Trauben verloren.
Dank eines milden und sonnigen Septembers hat die Qualität des Beaujolais Nouveau nach Einschätzung von Weinkennern aber nicht gelitten, er soll in diesem Jahr eine besondere Himbeer-Note haben.
Der heftig beworbene Wein mit den meist bunten Flaschenetiketten ist besonders bei jungen Leuten und außerhalb Frankreichs beliebt, im vergangenen Jahr wurde ein Umsatz von 45 Millionen Euro erzielt. Bei einheimischen Weinkennern ist er wegen seines überaus süffigen Geschmacks und dem auf reichlichen Genuss unweigerlich folgenden Kopfschmerz verpönt.
