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20. Oktober 2008
Obama will Powell ins Weiße Haus holen


Washington - Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama will im Fall eines Sieges den republikanischen Politiker und früheren US-Außenminister Colin Powell als Berater ins Weiße Haus holen. Er wolle Powell fragen, ob er ein solches Angebot annehmen werde, sagte Obama in einem am Montag ausgestrahlten Interview des Senders NBC. Der Exaußenminister hatte sich einen Tag zuvor hinter Obama gestellt und angekündigt, er werde in gut zwei Wochen für den demokratischen Kandidaten stimmen.

Obama erklärte in dem Interview, Powell habe ihn über seine Unterstützung nicht im Voraus informiert. Er würde sich freuen, wenn Powell bei einer Wahlkampfveranstaltung gemeinsam mit ihm auftreten würde. «Wenn er kommen will, dann ist er herzlich eingeladen», sagte Obama. Powell hat auch Parteifreunde kritisiert, die Obama immer wieder als Muslim bezeichnen. Solche Äußerungen polarisierten, schließlich sei Obama schon immer Christ gewesen. Dies sei aber nicht der Punkt, erklärte Powell. «Was wäre, wenn? Spricht etwas dagegen, in diesem Land ein Muslim zu sein?», sagte Powell am Sonntag NBC. «Spricht etwas dagegen, wenn ein siebenjähriges muslimisch-amerikanisches Kind daran glaubt, dass es Präsident sein könnte?»

Zwei Wochen vor den Wahlen in den USA wirbt Obama vor allem in den umkämpften Staaten um jeden möglichen Briefwähler. Sein republikanischer Kontrahent John McCain hingegen versucht, vor allem die noch Unentschlossenen zu überzeugen. Der Rest, so ist offenbar sein Kalkül, werde dann schon folgen.

Die Stimmen der Briefwähler werden zwar auch erst am 4. November ausgezählt, die Zahl der Briefwahlanträge gibt aber erste Hinweise darauf, wie es den Kandidaten gelingt, ihre Basis zu mobilisieren. Und da können die Demokraten offenbar erste Erfolge verzeichnen. So werden in Georgia, Iowa, North Carolina und Ohio zahlreiche Briefwahlanträge aus den demokratischen Hochburgen registriert. In Florida liegen die Republikaner etwas vorne, in Indiana sind beide Parteien gleichauf.

Der Sieg in den einzelnen Staaten ist deshalb so wichtig, weil in den USA nicht die Gesamtzahl der Stimmen, sondern die Wahlmännerstimmen aus den Staaten über den nächsten Präsidenten entscheiden. Einer Analyse der Nachrichtenagentur AP zufolge liegt Obama derzeit in Staaten mit insgesamt 264 Wahlmännerstimmen in Führung. 270 braucht er für den Sieg. McCain führt in Staaten mit 185 Stimmen, sechs Staaten mit 80 Stimmen sind noch offen.

Weiter unter Druck stehen die republikanische US-Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin und ihr Mann Todd. Noch in dieser Woche werde das Paar von einem Vertreter der staatlichen Personaldirektion von Alaska getrennt befragt, erklärte ihr Anwalt Thomas Van Flein am Sonntag. Geprüft werden soll, ob Palin bei der Entlassung eines Beamten gegen Ethikgesetze verstoßen hat.

US-Wähler sorgen sich um ihre Zukunft

Die amerikanischen Wähler sorgen sich angesichts der Turbulenzen auf den Finanzmärkten immer mehr um ihre Zukunft. In einer Umfrage von Associated Press und Yahoo erklärten im Oktober nur noch 15 Prozent der Befragten, das Land bewege sich in die richtige Richtung. Im September waren es noch 28 Prozent. Ein Drittel befürchtet, den Arbeitsplatz zu verlieren, die Hälfte kann möglicherweise Raten nicht mehr zahlen und sieben von zehn sorgen sich darum, dass ihre Altersersparnisse an Wert verlieren.








 
 



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