Der Skandal mit illegalen Datengeschäften zieht immer weitere Kreise. Auch Kunden der Deutschen Telekom sind nach einem Bericht des Norddeutschen Rundfunks (NDR) vom Datendiebstahl betroffen. Ein Call-Center in Bremerhaven soll sich illegal Zugriff auf Datenbanken verschafft und diese an Dritte weiterverkauft haben. Das Ausmaß sei bislang aber nicht zu beziffern, sagte NDR-Sprecherin Lara Louwien.
Die Telekom erklärte dazu, das Unternehmen sei «offenbar Opfer hochkrimineller Machenschaften» geworden. Bisher habe man aber keine Erkenntnisse, dass Kundendaten für Trickbetrügereien missbraucht worden seien. Die Datenbanken enthalten dem Konzern zufolge persönliche Angaben von 30 Millionen Kunden.
Telekom-Sprecher Philipp Blank sagte der AP, der NDR habe dem Unternehmen bislang lediglich einen Bildschirmausdruck von Daten eines Kunden vorgelegt und eine Handvoll weitere in Aussicht gestellt. «Sobald wir das Beweismaterial vorliegen haben, werden wir sofort die Staatsanwaltschaft einschalten», erklärte Blank. Das Unternehmen werde alles versuchen, um die illegale Weitergabe von Kundendaten aufzuklären und strafrechtlich verfolgen zu lassen.
Nachdem in der vergangen Woche CDs mit 17.000 persönlichen Datensätzen in Schleswig-Holstein aufgetaucht waren, werden immer mehr Fälle von Daten-Missbrauch öffentlich.
