Schinken-Gerichte enthalten statt echtem Schinken oft nur ein minderwertiges Fleisch-Imitat. Dies berichtet die Verbraucherzentrale Bayern. Allein 2007 habe das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 78 Prozent der untersuchten ausländischen Schinken-Ersatzprodukte beanstandet, da sie unter anderem falsch gekennzeichnet gewesen seien.
«Schinken-Ersatz ist erheblich kostengünstiger als qualitativ hochwertiger Schinken, daher wird er so häufig verwendet», sagt Susanne Moritz, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern. Neben Fleisch bestünden die Imitate aus reichlich Wasser, Bindemittel sowie Soja- und Milcheiweiß. Vor allem für Allergiker können sich hier Probleme ergeben, wenn sie auf diese Inhaltsstoffe nicht hingewiesen werden, warnt die Verbraucherzentrale.
Die Ersatzprodukte schmeckten süßlich und zu stark gekocht. Zudem wiesen sie einen gummiartigen Biss auf. Auch das Aussehen ermögliche häufig eine Unterscheidung zu echtem Schinken, denn die Imitate hätten keine einheitliche Muskelfaserstruktur. Die Verbraucherzentrale rät, bei Schinken besonders achtsam zu sein und Ersatzerzeugnisse zurückzuweisen. Außerdem sollten Betroffene die Lebensmittelüberwachung benachrichtigen.
