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20. August 2008
(Update) - AOK hält Beitragssätze 2008 stabil


Bonn - Die größte Krankenversicherung Deutschlands, die AOK, wird die Beiträge für ihre 25 Millionen Versicherten 2008 stabil halten. Im ersten Halbjahr hätten die 15 Allgemeinen Ortskrankenkassen in Deutschland bei Ausgaben von insgesamt über 30 Milliarden Euro einen Überschuss von rund 10 Millionen Euro erwirtschaftet, teilte der AOK-Bundesverband am Dienstag in Bonn mit. Doch geben die gesetzlich Krankenversicherten gleichzeitig beim Arzt immer mehr Geld für private Zusatzleistungen aus.

Die AOK werde im zweiten Halbjahr noch deutlicher schwarze Zahlen schreiben und könne die Überschüsse wie geplant für den zügigen Abbau restlicher Verbindlichkeiten einsetzen, erklärten die Verwaltungsratsvorsitzenden des AOK-Bundesverbandes, Fritz Schösser und Volker Hansen. Die AOK werde damit die vom Gesetzgeber geforderten Finanzziele, den Abbau aller Verbindlichkeiten bis zum Ende des Jahres 2008, sicher erreichen. Dem Preisanstieg im Arzneimittelbereich will die AOK durch eine europaweite Ausschreibung beim Medikamenteneinkauf entgegenwirken. Hier erhofft die Krankenkasse ab 2009 Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe.

Rund eine Milliarde Euro Umsatz mit Zusatzleistungen

Für die AOK-Mitglieder ist die Beitragsstabilität allerdings nur die eine Seite der Medaille. Denn immer häufiger bieten Ärzte gesetzlich Krankenversicherten privat zu zahlende Zusatzleistungen wie Krebsvorsorge, Ultraschalluntersuchungen oder Augeninnendruckmessungen an. Mehr als ein Viertel (26,7 Prozent) der gesetzlich krankenversicherten Patienten bekamen im vergangenen Jahr beim Praxisbesuch derartige Behandlungen gegen Rechnung angeboten, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK mitteilte.

Den Umsatz mit den Zusatzangeboten - zahnärztliche Leistungen ausgenommen - schätzen die Forscher auf rund eine Milliarde Euro. Der Untersuchung zufolge geht die Initiative bei den Zusatzofferten in zwei Drittel der Fälle vom Arzt aus, nur in einem Drittel der Fälle von den Patienten.

Patienten fürchten um Verhältnis zum Arzt

Am häufigsten angeboten werden danach Ultraschalluntersuchungen, Augeninnendruckmessungen und ergänzende Krebsfrüherkennungsuntersuchungen bei Frauen. Besonders Gynäkologen, Haut- und Augenärzte offerierten ihren Patienten gerne kostenpflichtige Zusatzleistungen. Dabei wenden sich die Ärzte der Studie zufolge gezielt an Patienten mit überdurchschnittlicher Bildung und höherem Einkommen.

Viele Versicherte stehen den Angeboten allerdings skeptisch gegenüber und befürchten, dass sich das Verhältnis zwischen Arzt und Patient dadurch verschlechtert. Für die Studie wurden im Juni und Juli insgesamt 3.000 gesetzlich Krankenversicherte in ganz Deutschland telefonisch befragt worden.








 
 



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