Preiserhöhungen bei Energie und Lebensmitteln reißen immer größere Löcher ins Portemonnaie der Verbraucher. Allein die Kosten für Energie stiegen seit 2002 um geschätzt mehr als 50 Prozent. Brot und Brötchen wurden zwischen Juli 2007 und Juni 2008 um 5,5 Prozent teurer. Zugleich gibt es deutliche Signale für eine Fortsetzung des Preisauftriebs. So stiegen die Erzeugerpreise im Juli in Deutschland so stark wie seit 27 Jahren nicht mehr.
Größter Brocken für die Verbraucher ist in den vergangenen Jahren die Entwicklung der Energiekosten gewesen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Heiz- und Stromkosten sowie die Ausgaben für Benzin und Dieseltreibstoff von 2002 bis 2006 um rund 28 Prozent. Bis Juli 2008 kamen weitere 21 Prozent hinzu. Rein rechnerisch stiegen die Energiekosten damit bei gleichbleibendem Verbrauch seit 2002 um 55,2 Prozent. Für Wohnenergie mussten die Verbraucher 55,7 Prozent mehr ausgeben, für Kraftstoffe 54,4 Prozent.
Im Jahr 2002 zahlten die Verbraucher für Wohnenergie und Kraftstoffe durchschnittlich noch 172 Euro im Monat. Mittlerweile liegen die durchschnittlichen Energieausgaben bei 267 Euro im Monat.
Mehr Geld für Brot und Brötchen
Verbraucher müssen auch immer mehr für Brot und Brötchen bezahlen. Von Juli 2007 bis Juni 2008 stiegen die Preise um 5,5 Prozent, wie die Vereinigung Getreide-, Markt- und Ernährungsforschung (GMF) in Berlin mitteilte. Die weitere Preisentwicklung werde von den Lohn- und Energiekosten, aber auch von den Rohstoffpreisen abhängen.
Im Getreidejahr 2007/2008, das Ende Juni abgelaufen ist, waren die Preise für Brotgetreide regelrecht explodiert. Brotweizen kostete laut GMF im Mittel 63 Prozent mehr als im Vorjahr. Zeitweise verdoppelten sich die Preise sogar. Inzwischen hat sich die Lage allerdings wieder etwas entspannt - nicht zuletzt wegen der guten Ernte. In diesem Jahr wurde in Deutschland rund 47 Millionen Tonnen Getreide geerntet. Das ist etwa ein Sechstel mehr als im Vorjahr und das höchste Ernteergebnis seit 2004. Durchschnittlich isst jeder Bundesbürger pro Jahr und 84,6 Kilogramm Backwaren.
Gewerbliche Produkte deutlich verteuert
Die nächste Welle von Preissteigerungen scheint bereits absehbar. Denn nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben die hohen Energiekosten die Erzeugerpreise in Deutschland im Juli so stark nach oben getrieben wie seit 27 Jahren nicht mehr. Der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lag um 8,9 Prozent höher als im Juli des Vorjahres. Eine höhere Teuerungsrate habe es zuletzt im Oktober 1981 mit 9,1 Prozent gegeben.
Die Entwicklung der Erzeugerpreise gibt dem Bundesamt zufolge Hinweise auf den künftigen Verlauf der Inflation, da er Preisänderungen in einer frühen Phase des Wirtschaftsprozesses misst, die sich später auch auf die Verbraucherpreise auswirken. Im Juni 2008 hatte er noch um 6,7 Prozent über dem Vorjahreswert gelegen.
