Frankfurt - Die zuletzt gefestigte Baubranche hat im Mai wieder Auftragsrückgänge hinnehmen müssen. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag berichtete, verzeichnete das Bauhauptgewerbe preisbereinigt einen Rückgang bei den Aufträgen von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dabei habe die Nachfrage im Hochbau um 1,1 Prozent und im Tiefbau um 5,0 Prozent nachgelassen. Der Umsatz sackte um 8,2 Prozent auf rund 6,5 Milliarden Euro. In den Betrieben waren Ende Mai 699.000 Menschen beschäftigt, das waren 21.000 oder 3,0 Prozent weniger als im Mai 2006.
Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) wies auf die schwierige Lage beim Wohnungsbau hin. So seien in den ersten vier Monaten 55 Prozent weniger Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern genehmigt worden als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. «Auf Grund der Abschaffung der Eigenheimzulage müssen wir leider davon ausgehen, dass dieser Trend anhält», sagte ZDB-Hauptgeschäftsführer Karl Robl. Der rückläufige Wohnungsbau treffe «vor allem die mittelständischen Bauhandwerksunternehmen, die überwiegend mit heimischen Beschäftigten die Bauleistungen erbringen», sagte Robl mit Blick auf die zuletzt gesunkenen Beschäftigtenzahlen.
Konjunkturexperten hatten jüngst darauf hingewiesen, dass sich die Konjunktur generell etwas eintrüben werde, was auch auf die Bauwirtschaft zurückzuführen sei.
In den den ersten fünf Monaten des Jahres hatte das Bauhauptgewerbe, also Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten, noch mehr Aufträge als im Vorjahreszeitraum verzeichnet. Die Auftragseingänge von Januar bis Mai 2007 lagen laut der Statistikbehörde preisbereinigt um 4,3 Prozent über den ersten fünf Monaten des vergangenen Jahres. Der Gesamtumsatz belief sich auf rund 26 Milliarden Euro, das entspricht einem Plus von 7,9 Prozent. Auch die Beschäftigung stieg seit Jahresbeginn um 1,6 Prozent.