
20. März 2006 12:55 Uhr
Von wegen .eu: Hunderte US-Registrare kämpfen um europäische Domains
Berlin - Wer meint, die neuen .eu-Domains seien nur etwas für Bürger und Unternehmen der europäischen Union, der hat sich getäuscht. Mehr als 400 US-Domainregistrare haben in den letzten Tagen einen regelrechten Run auf die .eu-Domains gestartet und stellen ihr Geld für 400.000 .eu-Domains zur Verfügung. Es scheint als wolle man zur Landrush-Period am 07.04.06 alle wertvollen noch verfügbaren .eu-Domains abräumen. Wie man auf der Webseite der offiziellen Vergabestelle EURID für .eu-Domainnamen in der Liste für akkreditierte .eu-Registrare einsehen kann, haben sich innerhalb kürzester Zeit bereits hunderte Amerikanische Registrare angemeldet und in die Liste eintragen lassen. Es werden viel sagende Namen aufgeführt. Alle Eintragungen stammen aus New York, Bellevue oder Portland. Es scheint als stecken immer die gleichen Investoren dahinter. Aber um wen es sich genau handelt, lässt sich nicht sagen, da der so genannte Whois-Protectionservice benutzt wird, um die Domaininhaber zu verschleiern.
Die einzige Spur führt zur Vereinigung des domainroundtbale.com, dem bedeutende Firmen des Domainbusiness angehören. Aber ob diese wirklich auch für die .eu-Registrarinvests aufgekommen sind, bleibt völlig offen. Viel investieren muss man nämlich, da nur eine einzige Registraranmeldung bedeutet, dass man 10.000,- Euro Guthaben bei der EURID im Voraus einzahlen muss. Sprich: Es wurden für 400 Registrare insgesamt 4 Millionen Euro entrichtet. Dies entspricht einem Guthaben von 400.000 .eu-Domains, die dafür registriert werden dürfen.
Über den Sinn dieser Aktion kann spekuliert werden: Es könnte beispielsweise sein, dass die "US-Domain-Invasoren" durch die vielen Registrarzugänge die Chance, als erster an wertvolle Domains zu gelangen, erhöhen möchten. Domainspezialist Daniel Kollinger von der nicit.de GmbH schätzt, dass die Amerikaner damit bis zu 50 Prozent aller verfügbaren wertvollen generischen .eu-Domains bekommen können.
Am 07.04.2006 startet die für Jedermann öffentliche Landrush-Period. Die Frage ist nur, was bis dahin noch übrig bleibt.
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