20. März 2006 08:13 Uhr
Verbraucherschutzminister Seehofer wendet sich der digitalen Welt zu
Berlin - "Moderne Verbraucherpolitik ist zukunftsorientiert und stärkt Konsumenten und Wirtschaft gleichermaßen". Das erklärte Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer anlässlich des Weltverbrauchertags Mitte vergangener Woche. Sein Ministerium will daher künftig die digitale Welt zu einem wesentlichen Schwerpunkt seiner Verbraucherpolitik machen.
Die Chancen und Möglichkeiten von Informations- und Kommunikationstechnologien in der digitalen Welt - sei es E-Commerce, digitale Telefonkommunikation, Voice over IP (Telefonieren über das Internet), Digital Rights Management (Digitales Rechtekontroll-Management), RFID (Radiofrequenzidentifikation) oder elektronische Kundenkarten treffen in der Gesellschaft mittlerweile vielfach auf Skepsis und Misstrauen: Fehlendes Vertrauen in Sicherheit und Datenschutz, die wenig durchschaubare Komplexität technischer Innovationen, insbesondere aber die Missbrauchspotenziale, zum Beispiel durch Identitätsdiebstahl, ließen das für funktionierende Märkte und Innovationsmodelle notwendige Verbrauchervertrauen nicht ausreichend entstehen, argumentiert das Ministerium.
"Um die Potenziale der digitalen Technologien und somit neue Innovationen zu ermöglichen und vollständig zu entfalten , braucht es gesellschaftliche Akzeptanz. Deshalb sollte digitale Verbraucherpolitik einen Dreiklang von Schutz, Information und Wegweiser bei Veränderungsprozessen etablieren und somit den wirtschaftlichen Erfolg befördern", meinte Seehofer. Vor allem die lästige Spam-Werbung ist dem Minister ein Dorn im Auge. Im Bereich der RFID-Chips will sich der Unionspolitiker für eine freiwillige Selbstverpflichtungserklärung der Anbieter stark machen. Sie soll Kunden die Sicherheit geben, dass nicht gegen ihren Willen Datenspuren ins Privatleben eindringen.
"Wer sich langfristig Marktchancen und Innovationspotenziale sichern will, muss die Ängste und Befürchtungen der Verbraucher ernst nehmen", so Seehofer. "Nur dann wenn Verbraucher- und Anbieterinteressen in Gleichgewicht sind, kann ein hohes Maß an Lebensqualität, Innovation und wirtschaftliches Wachstum ermöglicht werden".