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20. Februar 2007
Kolumbianische Regierung unterhält Kontakte zu Todesschwadronen
Bogota - Wegen Beziehungen zu rechtsgerichteten Todesschwadronen sieht sich die Regierung in Kolumbien mit wachsender Kritik konfrontiert. Außenministerin Maria Consuelo Araujo erklärte am Montag ihren Rücktritt, nachdem ihr Bruder wegen einer Verschwörung mit illegalen Milizen verhaftet worden war. Als Nachfolger ernannte Präsident Alvaro Uribe den 51-jährigen Fernando Araujo, der sechs Jahre in der Gewalt linksgerichteter Guerilleros war und dem erst kürzlich die Flucht gelang.
Bisher wurden acht Abgeordnete aus dem Lager des Präsidenten verhaftet, weil sie ihre Wahl der Verbindung zu Todesschwadronen verdanken sollen. Zu ihnen gehört auch Senator Alvaro Araujo, der Bruder der bisherigen Außenministerin, die nur sechs Monate im Amt war. Auch gegen ihren Vater und einen Cousin wird ermittelt. Mehr als 60 Politiker wurden in dem Skandal vernommen. Zugleich wächst der Druck auf Uribe, auch wenn der seit 2002 regierende Präsident wegen Erfolgen im Kampf gegen die Kriminalität sehr populär ist. Die Opposition kündigte im Kongress eine Debatte zu der Frage an, warum die paramilitärischen Gruppen in der Nordprovinz Antioquia gerade in der Zeit einen Aufschwung erlebten, als Uribe dort Gouverneur war.
Der neue Außenminister Fernando Araujo ist trotz Namensgleichheit nicht mit seiner Vorgängerin verwandt. Er war sechs Jahre lang in der Gewalt der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), bis ihm vor sechs Wochen die Flucht gelang. Fünf Tage lang schlug sich Araujo durch die Wildnis, bis er Hilfe fand und nach Bogota gelangte.
Kolumbien bemüht sich zurzeit um verstärkte Finanzhilfe der USA und der Europäischen Union zur Unterstützung im Kampf gegen die Guerilla und den Drogenhandel. Der US-Senator Patrick Leahy, der in einem Unterausschuss des Senats an der Entscheidung über die Bewilligung einer jährlichen Finanzhilfe von 700 Millionen Dollar beteiligt ist, sagte nach dem Rücktritt der Außenministerin, auch nach diesem positiven Schritt blieben noch viele Fragen offen. Die kolumbianische Regierung müsse überzeugend darstellen, dass sie keine Verbindungen zu terroristischen Gruppen mehr unterhalte.

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