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20. Februar 2007
Kuba forciert Internet- und Computernutzung
Havanna - Kuba will sich der Dominanz der USA in jedem nur möglichen Bereich entziehen - auch im Internet und bei der Computernutzung. Dabei helfen sollen ein unterseeisches Glasfaserkabel von Venezuela nach Kuba und die eigene Suchmaschine «2x3», die jetzt in einer Betaversion vorgestellt wurde. Auch auf dem Desktop schreitet die Revolution voran - dort soll statt Windows von den Kapitalisten von Microsoft vermehrt das freie Betriebssystems Linux zum Einsatz kommen.
Die Breitbandverbindung von Venezuela nach Kuba könnte schon in zwei Jahren fertig sein, sagte Julio Duran, der Präsident des staatlichen Unternehmens Telecom Venezuela, der Nachrichtenagentur Associated Press. Das entsprechende Abkommen sei Ende Januar unterzeichnet worden. Die geplante 160 Gigabyte-Leitung würde die kubanischen Internet-Kapazitäten um mehr als das Tausendfache steigern. Denn bislang stehen Kuba nach Angaben von Telekommunikationsminister Ramiro Valdes über eine Satellitenverbindung nur 65 MB im Upload und 124 MB im Download zur Verfügung.
Hauptgrund für die bisherige Isolation Kubas im Internet ist das Embargo der USA, das nach kubanischen Angaben auch verhindert hat, dass sich das Land an private Breitbandverbindungen in der Region anschließt. Kritiker des Regimes in Havanna werfen der Regierung vor, den Internetzugang für die Bürger einzuschränken, damit diese nicht mit Informationen in Kontakt kämen, die ein anderes Licht auf die Verhältnisse dort werfen könnten.
Was die mehr als 1.500 Kilometer lange Verbindung zwischen Kuba und Venezuela kosten wird, ist noch unklar, wie Duran erklärte. Das Projekt sei derzeit noch in der Planungsphase. Erste Verträge mit Firmen könnten schon Ende April unterzeichnet werden.
Wie Venezuela und andere lateinamerikanische Staaten will auch Kuba in Zukunft verstärkt auf Open-Source-Software setzen, um in diesem Bereich von den USA und hier besonders von Microsoft unabhängig zu werden. Telekommunikationsminister Valdes äußerte sich zu Beginn einer Konferenz kritisch über die Zusammenarbeit von Microsoft mit dem US-Militär und den US-Geheimdiensten. Die Informationssysteme der Welt seien «ein Schlachtfeld», auf dem Kuba gegen den Imperialismus kämpfe, erklärte Valdes. Er verwies dabei auch auf eine Äußerung von Microsoft-Mitgründer Bill Gates, der die Anhänger freier Software einmal «als eine Art Kommunisten» beschrieb, was aus kubanischer Sicht alldings eine Ehrung ist.
Eigene Suchmaschine «2x3»
Bislang laufen auf Kuba vor allem Computer mit Windows, die aus dem Ausland importiert wurden. Software wird in Ländern wie China, Mexiko und Panama eingekauft. Wegen der geringen Bandbreite der Internetverbindung sind Updates aber nur schwer zu bekommen, die meisten Systeme gelten als unsicher. Allein schon aus Sicherheitsgründen will die kubanische Regierung deshalb weg von der proprietären Software. Der Zoll stellte schon auf Linux-Rechner um, das Kultur- und das Kommunikationsministerium planen dies, wie Hector Rodriguez erklärte. Er leitet an der Universität für Informationswissenschaft eine Abteilung, in der rund 1.000 Studenten an einer eigenen kubanischen Linux-Distributionn arbeiten, Nova.
In Kuba hat die Bewegung für freie Software aber noch mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Auf der Konferenz in der vergangenen Woche zeigten die meisten Rechner noch das Windows-Symbol. Und auch vor Beginn einer Sitzung zur Open-Source-Software, zu der als Gastredner auch Richard Stallman von der Free Software Foundation gekommen war, hieß es auf der Leinwand: «Windows XP».
In anderen Bereichen ist Kuba schon einen kleinen Schritt weiter. Die eigene Suchmaschine «2x3» soll die kubanischen Webseiten erfassen und leichter zugänglich machen, wie Cheftechniker Leandro Silva erklärte. Derzeit würden 150.000 Seiten abgedeckt, was die Hälfte des geplanten Umfangs sei. Dazu gehört auch ein eigener Bereich mit Reden von Staatschef Fidel Castro.

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