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20. Januar 2008

Kanada beugt sich dem Druck der "Folterstaaten"



Toronto - Nach scharfer Kritik der USA und Israels will das kanadische Außenministerium ein Handbuch für die Ausbildung von Diplomaten ändern, in beide Länder als Folterstaaten eingestuft werden. Er bedaure die nicht vorgesehene Veröffentlichung des Handbuchs und die fälschliche Einbeziehung der engen Verbündeten in die Liste von Folterstaaten, erklärte Außenminister Maxime Bernier am Samstag in Toronto.

Er habe die Anweisung erteilt, die strittige Passage zu prüfen und neu zu fassen, hieß es in einer Stellungnahme Berniers. Das Handbuch gebe nicht die offizielle Haltung der Regierung wieder.

Bei dem vor etwa zwei Jahren erstellten Dokument handelt es sich um ein Ausbildungshandbuch für kanadische Diplomaten. Darin werden die Vereinigten Staaten als ein Land aufgeführt, in dem Gefangene dem Risiko ausgesetzt seien, misshandelt und gefoltert zu werden. Dabei wurde sowohl auf das US-Gefangenenlager Guantanamo hingewiesen als auch auf Verhörtechniken wie das Ausziehen von Gefangenen, das Verbinden ihrer Augen und Schlafentzung. Als weitere Staaten mit Folterrisiko werden Israel, Afghanistan, China, Ägypten, Iran, Saudi-Arabien, Mexiko und Syrien genannt.

Das Handbuch gelangte an Anwälte der Menschenrechtsorganisation Amnesty International und wurde so der Öffentlichkeit bekannt. Der US-Botschafter in Toronto, David Wilkins, protestierte daraufhin am Freitag gegen die Einstufung der USA als Folterstaat. Es sei absurd und beleidigend, mit Staaten wie dem Iran und China in eine Reihe gestellt zu werden, sagte der Botschafter. Ähnlich äußerte sich die israelische Botschaft.






 

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