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VoIP: "Es muss schnell Klarheit bei der Regulierung herrschen"
20. Januar 2005 - 11:06 Uhr

München - Das Interesse an Voice over IP (VoIP) wächst derzeit nicht nur im Geschäftskundenbereich, auch Privatkunden entdecken vermehrt die Vorteile der Internet-Telefonie. Bevor VoIP Massenmarkt-fähig wird, sind jedoch noch einige regulatorische Hürden zu nehmen. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen vor allem die Rufnummern-Vergabe, der Notruf und die Entbündelung der Teilnehmeranschluss-Leitung (TAL). Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) handelt - aber für viele Marktteilnehmer zu langsam, berichtet die Fachhandelszeitschrift ComputerPartner in ihrer aktuellen Ausgabe.

"Durch die harte Regulierung in Deutschland wird die klassische Vermittlungstechnik protegiert", meint Jens-Peter Jacobs, Vorstand des VoIP-Spezialisten Avodaq. Wie Frank Obermeier, Director Channel & Regional Sales bei Avaya, fordern viele VoIP-Experten: "Es muss in Deutschland schnell Klarheit bei der Regulierung herrschen." Bei der Rufnummern-Vergabe hat die Regulierungsbehörde bereits gehandelt - allerdings nicht zur Zufriedenheit aller Anbieter und Verbraucher. Seit Mitte Oktober 2004 dürfen VoIP-Provider keine Ortsnetz-Vorwahlen mehr an Teilnehmer aus anderen Regionen vergeben. Um flächendeckend arbeiten zu können, müssten sie also Rufnummern aus allen 5.200 Ortsnetzen erwerben. Immerhin gibt es seit kurzem eine ortsunabhängige "Nationale Teilnehmerrufnummer" (032), die bundesweit vergeben werden darf.

Bei der Diskussion um den Notruf steht eine Entscheidung der Regulierungsbehörde noch aus. Weil der IP-Telefonanschluss mobil ist, lässt sich der Standort eines Hilferufenden nicht wie im Festnetz automatisch ermitteln. "Die Konsumenten erwarten einen funktionierenden Notruf", so Matthias Kurth, Präsident der Reg TP. Er signalisiert allerdings auch, dass die Notrufanforderungen den Erfolg der Internet-Telefonie nicht in Frage stellen dürfe: Etwas technisch Unmögliches zu fordern, hieße das technisch Mögliche zu verhindern, so der Chef der Regulierungsbehörde.

Problematischer als Rufnummern-Vergabe und Notruf ist die der Entbündelung der Teilnehmeranschluss-Leitung. Erst sie würde VoIP richtig attraktiv machen. Wer per Internetzugang telefoniert, könnte sich nämlich dann die Kosten für einen Telefonanschluss sparen. Die Regulierungsbehörde macht Anbietern und Endkunden allerdings wenig Hoffnung auf preiswertere Netzzugänge. Zwar prüft man dort einen entbündelten "Stand-alone-DSL-Bitstromzugang", dieser wird aber nicht unbedingt billiger als ein Telefonanschluss: "In jedem Fall müssen die Kosten für die gesamte Teilnehmeranschlussleitung abgedeckt sein", sagt Kurth.



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Mittwoch, 19. Nov. 2008







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