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Kampf der Suchmaschinen: Google braucht eigene Standards
20. Januar 2005 - 10:35 Uhr

Hannover - Microsofts Einstieg in den Suchmaschinenmarkt stellt für Google eine existenzielle Bedrohung dar. "Nur mit eigenen Standards wird es Google gelingen, seine dominierende Position in der Zukunft zu behaupten", prophezeit Autor und Microsoft-Kenner Charles H. Ferguson gegenüber dem IT-Magazin "Technology-Review" (aktuelle Ausgabe). Und genau so scheint das Unternehmen tatsächlich vorgehen zu wollen.

Der Wettbewerb in der Suchindustrie beschränkt sich derzeit auf das Web. Aber zukünftig geht es um einen Milliardenmarkt für die Organisation jeglicher Medieninhalte auf verschiedensten Geräten. Suchwerkzeuge werden nicht nur Office- und PDF-Dokumente durchforsten, sondern auch E-Mails, Instant Messages, Musik und Bilder. Mit der Verbreitung von Spracherkennung, Internet-Telefonie und Breitband-Anbindungen ans Internet kommen Telefongespräche, Mailbox-Nachrichten und Videodateien hinzu. Diesen Markt hat auch Microsoft im Visier.

"Damit diese neuen Suchprodukte und -dienste miteinander arbeiten können, sind Standards erforderlich. Sie würden den Kunden großen Nutzen bringen und enormes Wachstum ermöglichen", schreibt Charles H. Ferguson. Der Szene-Kenner hatte vor zehn Jahren mit seinem Unternehmen Vermeer Technologies das Programm Frontpage zur Erstellung von Webseiten entwickelt und es später an Microsoft verkauft.

Um den anstehenden Kampf mit Microsoft zu überleben, rät Ferguson Google, die Taktiken des Redmonder Monopolisten zu imitieren. Google solle spezielle Schnittstellen, so genannte APIs für Web-Suchdienste entwerfen und dafür sorgen, dass sie zum allgemeinen Standard werden. Die möglichst lückenlose Verbreitung über alle wichtigen Server-Plattformen sei dann ein weiterer Schritt.

Darüber hinaus, so Ferguson, solle Google Dienste, Software und Standards für Plattformen entwickeln, die Microsoft nicht kontrolliert, wie etwa neue Geräte der Konsumelektronik. Viertens müsse Google Software wie Google Desktop zum eigenen Vorteil nutzen: Das Programm solle als eine Art Brückenkopf auf dem Desktop etabliert und in Googles umfassenderer Architektur, seinen APIs und seinen Diensten integriert werden. Und schließlich solle Google bei Webbrowsern nicht in Konkurrenz zu Microsoft treten.

Als Ferguson diese Liste Google vorlegte - nicht als Empfehlungen, sondern als Aufzählung, was das Unternehmen tatsächlich tun werde -, hat Googles Qualitätsdirektor Peter Norvig keinen der Punkte dementiert. Auf die Frage "Wenn wir das so berichten würden, lägen wir damit falsch?", antwortete er: "Wir mögen das Wort 'Brückenkopf' nicht. Das klingt nach Krieg, und das ist nicht unser Ziel."

Auf Nachfrage sagte er: "Sachliche Fehler sind nicht dabei", betonte aber, dass APIs nur eine der Methoden sein würden, mit denen Google ein "Such-Ökosystem" aufbauen könnte.



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Mittwoch, 08. Oktober 2008







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