Angesichts des guten Abschneidens der neuen Bundesländer in naturwissenschaftlichen Fächern bei der akutellen Pisa-Studie hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) eine Ausweitung des Unterrichts in Naturwissenschaften gefordert. «Ich wünsche mir einen stärkeren Austausch zwischen den Bundesländern über die Qualität des naturwissenschaftlichen Unterrichts. Und ein Nachdenken darüber, ob diese Fächer nicht einen stärkeren Stellenwert in der Stundentafel haben sollten», sagte Schavan der «Passauer Neuen Presse». Zwei Stunden Physik oder Chemie in der Woche seien viel zu wenig.
Sie forderte die Länder dazu auf, die Qualität der Schulen weiter zu verbessern. «Die positiven Ergebnisse aus Sachsen, Bayern oder Baden-Württemberg führen uns doch vor Augen: Bei Pisa bis in die Weltspitze zu kommen, ist möglich. Das sollte ein Ansporn für alle übrigen Bundesländer sein, den Austausch mit den Ländern der nationalen Spitzengruppe zu suchen», erklärte die Ministerin. Das deutsche Bildungssystem sei «auf einem guten Weg».
Die Schulstrukturen in Deutschland sieht Schavan durch die Pisa-Studie nicht infrage gestellt: «Ich warne davor, das Fass neu aufzumachen und immer nur über Schulstrukturen zu diskutieren. So kommen wir nicht weiter», warnte Schavan. Keine Schulform dürfe in die Sackgasse führen.
