Ihr Standort: Home -> News
  


19. November 2008
Rückzug eines Internet-Pioniers


San Francisco - Jerry Yang hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, wie sehr ihm Yahoo am Herzen liegt. Als Student baute er das Unternehmen in den Kindertagen des Internets auf und machte daraus einen Weltkonzern. Seine emotionale Bindung an Yahoo war einer der Gründe, warum er das Übernahmeangebot von Microsoft in Höhe von 47,5 Milliarden Dollar vor sechs Monaten ablehnte.

Jetzt erkennt Yang, dass es an der Zeit ist, seinen Chefsessel zu räumen. Sein Ruf als Internet-Legende hat ihn nicht vor Kritik bewahrt. Der Kurs der Yahoo-Aktie ist im Keller und die Gewinne brechen weg. Der Wirtschaftsabschwung könnte das Unternehmen noch schlimmer treffen als die Krise vor acht Jahren, als die Hightech-Blase platzte.

Analysten zufolge könnte der Softwareriese Microsoft doch noch Yahoo übernehmen. «Jerrys Rückzug als Firmenchef könnte das beschleunigen», sagt der Analyst Benjamin Schachter von der Schweizer UBS. Yang wollte eigentlich an der Yahoo-Spitze bleiben, doch wegen des sinkenden Aktienkurses wuchs der Druck auf die Kontrolleure, den 40-Jährigen abzusetzen. Vor der Veröffentlichung der Nachricht am Montagabend war das Papier nur noch 10,63 Dollar wert - ein Bruchteil des Angebotes von Microsoft, das 33 Dollar je Aktie vorsah.

Yang wollte im Mai aber 37 Dollar haben und verspekulierte sich. Microsoft-Chef Steve Ballmer reagierte gereizt und zog das Angebot zurück. Es folgte eine Rebellion der Yahoo-Aktionäre, angeführt vom Milliardär Carl Icahn, der im Juli Yangs Rücktritt forderte.

Icahn schloss zwar einen Kompromiss mit der Firma, der ihm und zwei Verbündeten Sitze im elfköpfigen Verwaltungsrat sichert. Doch er setzt sich weiter für eine Einigung mit Microsoft ein. Am Ende soll eine Übernahme oder der Verkauf der Yahoo-Suchmaschine stehen, die mit einigem Abstand an Platz 2 hinter dem Platzhirsch Google liegt. Angesichts der Herausforderungen kommt der Führungswechsel nicht überraschend. «Wenn Jerry nicht einer der Firmengründer wäre, hätte er schon vor Monaten gehen müssen», sagt der Technikexperte Rob Enderle.

Kooperation mit Google geplatzt

Als Nachfolger ist unter anderen die Yahoo-Managerin Sue Decker im Gespräch. Allerdings ist sie Teil des Teams, das viele Aktionäre in den vergangenen Monaten verzweifeln ließ. Möglich ist auch die Rückkehr von Dan Rosensweig, der bei Yahoo als Vorstand für das Tagesgeschäft verantwortlich war.

Nach der geplatzten Fusion mit Microsoft wollte Yang eigentlich mit Google im Werbebereich zusammenarbeiten und so mehr Gewinn machen. Doch der Konkurrent zog sich vor zwei Wochen zurück, um einen langen Rechtsstreit mit dem US-Justizministerium zu vermeiden. Nach Ansicht der Behörde hätte die Zusammenarbeit den Wettbewerb auf dem Online-Werbemarkt beschränkt. Stunden nach dem Scheitern der Zusammenarbeit ging Yang wieder öffentlich auf Microsoft zu. Doch Ballmer zeigte ihm die kalte Schulter.

Yang schrieb Internetgeschichte

Aktionäre werden sich an Yangs Zeit als Yahoo-Firmenchef nur ungern erinnern, doch ein wichtiger Platz in der Internetgeschichte ist dem in Taiwan geborenen Amerikaner sicher. Der Aufstieg des Unternehmens begann 1994, als Yang und sein Mitstudent David Filo an der Stanford University in Kalifornien ihre Lieblingslinks für das damals noch junge Web zusammenstellten. Yahoo ist eine Abkürzung für «Yet Another Hierarchical Officious Oracle», was übersetzt so viel bedeutet wie «Noch so ein hierarchisch geordnetes, halbamtliches Orakel» - gemeint ist das Internet-Suchverzeichnis.

Yang und Filo wurden zu den ersten Internet-Milliardären, nachdem sie Yahoo 1996 mit damals weniger als 50 Angestellten an die Börse brachten. Auf dem Höhepunkt der Dot-com-Ära hatte das Unternehmen einen Marktwert von 130 Milliarden Dollar. Am Montag waren es weniger als 15 Milliarden.








 
 



* kostenlos, 2x täglich
 

Google

gegen den Walfang

Finanznöte des Merckle-Imperiums

Vom hohen Rosenthal Ross gefallen

Keine festen Alkoholgrenzen?

Klimaerwärmung?

Wieso immer zahlen?

Das können Verbraucher viel schneller

miley

Fotos

Staatsbuettel 007


- Anzeige -

 


- Anzeige -

 

Copyright by net-tribune | Impressum | Optimiert für 1024 x 768 pxl Top