Die Astronauten der US-Raumfähre «Endeavour» haben am Dienstag den ersten von vier geplanten Arbeitsätzen im freien All unternommen. Heidemarie Stefanyshyn-Piper und Steve Bowen begannen nach Angaben der NASA mit der Reparatur eines defekten Sonnensegels, dessen Energie für den weiteren Ausbau der Internationalen Raumstation (ISS) gebraucht wird.
«Ok, lasst uns rausgehen», sagte Stefanyshyn-Piper als erste Frau, die bei einem Shuttle-flug einen Außenbordeinsatz anführt. Die beiden Astronauten mussten bei ihrem auf sechseinhalb Stunden angelegten Einsatz ein Scharnier säubern und neu einfetten, das seit einem Jahr blockiert ist. Zudem sollen sie ein weiteres Scharnier eines anderen Sonnensegels einfetten, um eine ähnliche Blockade zu verhindern. «Wir müssen ein bisschen saubermachen und ölen, damit es dann besser rotieren kann», sagte Bowen. «Wir wollen versuchen, es wieder zum Leben zu erwecken.» Danach sollten sie noch einen leeren Stickstofftank von der ISS in die Ladebucht des Space Shuttles bringen.
Die «Endeavour» legte in der Nacht zum Montag an der ISS an. Danach begannen die Astronauten der ISS und des Space Shuttles mit der Entladung der Fracht der «Endeavour» - rund 6,8 Tonnen Ausrüstung und Material für den Ausbau der ISS. Wenn die Arbeiten beendet sind, sollen ständig sechs statt bisher drei Astronauten in der Station wohnen und arbeiten können.
Zur Fracht der Raumfähre gehören ein Wasseraufbereitungssystem, ein Kühlschrank, neue und komfortablere Schlafplätze und ein Fitnessgerät. Zudem soll eine Wasserwiederaufbereitung mit einem komplett geschlossenen Wasserkreislauf getestet werden, die sogar Kondenswasser und Urin wieder zu Trinkwasser verarbeitet.
