Der hessische Ministerpräsident Roland Koch lehnt ein Fernsehduell mit seinem SPD-Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel im Wahlkampf ab. Der Generalsekretär der CDU-Landespartei, Michael Boddenberg, schrieb am Mittwoch einen entsprechenden Brief an den Chefredakteur des Hessischen Rundfunks, Alois Theisen.
Darin heißt es, für die CDU komme mit Rücksicht auf die FDP als möglichem Koalitionspartner eine Beteiligung an Duellen aus Gründen der politischen Fairness nicht in Frage. «Da es um Mehrheitskonstellationen geht, ist es für die Zuschauerinnen und Zuschauer wichtig, neben den Argumenten der CDU auch die der FDP aufnehmen zu können, so wie es wenig Sinn macht, nur die des SPD-Spitzenkandidaten zu hören, ohne zu wissen, was die Linkspartei will», schrieb Boddenberg.
Nicht nur, aber auch aus Rücksichtnahme auf die FDP werde Koch deshalb für ein solches Duell nicht zur Verfügung stehen, heißt es weiter in dem in Wiesbaden veröffentlichten Schreiben.
Die SPD nannte Koch «schlicht zu feige», sich einem Fernsehduell mit Schäfer-Gümbel zu stellen. Offensichtlich habe er nicht verdaut, dass er Anfang des Jahres das Fernsehduell gegen die SPD-Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti klar verloren habe, kommentierte der hessische SPD-Generalsekretär Norbert Schmitt. Koch wisse, dass er die schlechteren Argumente auf seiner Seite habe.
