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19. November 2008
EU will Kabeljau-Fischerei in der Nordsee reduzieren


Brüssel - Zur Rettung des Kabeljaus wollen die EU-Staaten die Fischerei in der Nordsee im nächsten Jahr deutlich einschränken. 2009 sollen maximal 40 Prozent der ausgewachsenen Kabeljau-Bestände in der Nordsee gefangen werden dürfen, bislang liegt der Anteil bei rund 65 Prozent. In den darauffolgenden Jahren soll der Anteil des Fangs jeweils um zehn Prozentpunkte gesenkt werden, bis sich die stark dezimierten Bestände erholt haben.

Wie genau diese Reduktionsziele erreicht werden sollen und ob sich deutsche oder dänische Fischer stärker einschränken müssen, steht aber noch nicht fest. Die Fangquoten für die einzelnen Staaten werden erst im Dezember ausgehandelt.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner sieht das Prinzip der Nachhaltigkeit dennoch schon mit dem Grundsatzbeschluss vom Mittwoch gesichert: «Für die Verbraucher bedeutet dies, dass der beliebte Nordseefisch auch künftig unbesorgt auf dem Speiseplan bleiben kann», erklärte die CSU-Politikerin. Wissenschaftler halten allerdings einen sehr viel größeren Verzicht für erforderlich als von der EU nun vereinbart: Der zuständige Expertenausschuss der EU-Kommission hatte eine Reduzierung des Fang-Anteils am Gesamtbestand um 50 Prozentpunkte empfohlen.

Keine Einschränkungen für deutsche Krabbenfischer

Um zu verhindern, dass Kabeljau etwa von Seelachsfischern versehentlich mitgefangen und dann ins Meer zurückgeworfen wird, können auch deren Aktivitäten beschränkt werden. Die deutschen Seelachs- und Krabbenfischer haben nach Darstellung des Bundeslandwirtschaftsministeriums aber nichts zu befürchten. Angesichts der geringen Kabeljau-Beifangquote der deutschen Flotte blieben sie von einer Kürzung ihrer Fangtage verschont, sagte Staatssekretär Gert Lindemann.

Bereits am 28. Oktober hat die EU die Fangquoten für Hering und Dorsch in der westlichen Ostsee um 39 beziehungsweise 15 Prozent gesenkt. Die Umweltschutzorganisation WWF kritisierte dies als unzureichend.








 
 



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