Im zweiten Prozess um den milliardenschweren Siemens-Schmiergeldskandal hat das Münchner Landgericht zwei ehemalige Mitarbeiter des Konzerns zu Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt. Die Richter sahen es am Mittwoch als erwiesen an, dass der 68-jährige Wolfgang R. und der 58 Jahre alte Ernst K. bei Zahlungsabwicklungen für Siemens-interne schwarze Kassen geholfen haben. Beide hatten dies auch gestanden und dafür mildere Strafen in Aussicht gestellt bekommen.
Wolfgang R. erhielt wegen Beihilfe zur Untreue in zwei Fällen eine Haftstrafe von neun Monaten auf Bewährung und eine Geldstrafe von 20.000 Euro, der Kaufmann Ernst K. wurde wegen Beihilfe zur Untreue in 62 Fällen und Beihilfe zur Bestechung in 13 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung und einer Geldstrafe über 12.000 Euro verurteilt. Beide Urteile sind rechtskräftig. Das Gericht betonte, es sei bei dem Urteil nicht darauf angekommen, dass die Angeklagten ihrem Arbeitgeber Siemens etwas Gutes tun wollten.
Die beiden früheren Siemens-Mitarbeiter waren Helfer des bereits im Sommer verurteilten ehemaligen Konzerndirektors Reinhard S. Er hatte nach einem detaillierten Geständnis wie seine beiden Ex-Kollegen eine Bewährungs- und Geldstrafe erhalten. S. galt als wichtige Figur im System der schwarzen Kassen, in die Geld abgezweigt wurde, um damit die Bestechung von Amtsträgern und Geschäftspartnern im Ausland zu finanzieren. Siemens hat die Summe der Schmiergelder auf rund 1,3 Milliarden Euro beziffert.
