München - Sport kann das Krebs-Risiko fast halbieren und auch die Überlebensrate von Tumorpatienten deutlich erhöhen. Das ist das Ergebnis mehrerer Studien, die die Münchner Uniklinik rechts der Isar am Mittwoch gemeinsam mit dem Rotkreuzklinikum und der Deutschen Krebshilfe vorstellte.
Bei Darm- und bei Brustkrebs - mit jährlich mehr als 120.000 Neuerkrankungen die beiden häufigsten Krebsarten in Deutschland - senke Sport die Sterblichkeit um bis zu 40 Prozent, sagte Professor Martin Halle. «Das ist mehr, als man durch eine zusätzliche Chemotherapie erhoffen konnte», erklärte der Direktor der Sportmedizin am Klinikum rechts der Isar. Zur Vorbeugung genügten schon drei Mal pro Woche eine halbe Stunde. Für Patienten nach Operationen, Chemo- und Strahlentherapie empfahl er «45 Minuten intensive körperliche Aktivität täglich. Man muss ins leichte Schwitzen und ein bissl in Atemnot kommen».
«Sport wirkt wie ein Medikament», sagte Professor Marion Kiechle, Leiterin der Uni-Frauenklinik. Regelmäßig intensive Bewegung rege den Stoffwechsel an, beuge Krebs vor und verbessere die Heilungschancen.
Rund drei Prozent der Menschen in Deutschland erkrankten im Laufe ihres Lebens an Krebs, gut die Hälfte könne bisher geheilt werden, sagte Professor Michael Schoenberg. Eigentliche Todesursache seien oft Fettleibigkeit, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die dann zu Stoffwechselstörungen und Krebs führten.