Die Bewässerung von Feldern mit ungeklärtem Abwasser ist weiter verbreitet als gemeinhin angenommen. Die in vielen ärmeren Ländern gängige Praxis stelle eine ernste Gesundheitsgefahr dar, heißt es in einer Studie, die anlässlich der Weltwasserwoche in Stockholm veröffentlicht wurde. Mit dem Abwasser gelangten Krankheitserreger in die Nahrungskette, und Epidemien könnten sich ausbreiten, sagte Liqa Raschid-Sally vom Institut für Internationales Wassermanagement (IWMI).
Die Bewässerung mit Schmutzwasser sei weit verbreitet und keineswegs auf die ärmsten Länder beschränkt, stellte Raschid-Sally klar. Besonders häufig finde man die Praxis in Asien, etwa in China, Indien und Vietnam, aber auch in der Umgebung nahezu jeder afrikanischen Großstadt sowie in Lateinamerika. Für viele Menschen sei diese bedenkliche Bewässerungsmethode in Ermangelung sauberen Wassers die einzige Möglichkeit zum Anbau von Gemüse oder Getreide.
Zur Weltwasserwoche sind rund 2.500 Wissenschaftler, Politiker und andere Delegierte aus 140 Ländern nach Stockholm gereist. Sie beraten bis kommenden Samstag über eine sinnvolle Nutzung der weltweiten Wasservorräte.
