Houston - Nach ereignisreichen zehn Tagen an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) hat die Besatzung der US-Raumfähre «Atlantis» ihren Rückflug zur Erde vorbereitet. Zu den Heimkehrern gehört auch die Astronautin Sunita Williams, die nach mehr als einem halben Jahr im All den Rekord für den längsten Aufenthalt einer Frau im Weltraum aufgestellt hat. Abgelöst wird sie von Clay Anderson, der zwei russischen Kosmonauten an Bord der Station Gesellschaft leistet.
«Habt eine gute, sichere Landung», wünschte ISS-Kommandant Fjodor Jurtschichin der «Atlantis»-Besatzung, ehe sich die Luken zwischen beiden Raumschiffen schlossen. Vor dem Abdocken der «Atlantis» gab es noch einen letzten Test der ISS-Computersysteme. Die Rechner liefen wieder stabil und zuverlässig, sagte NASA-Flugleiter Phil Engelauf. Sie konnten erst am Wochenende wieder hochgefahren werden, nachdem sie am Dienstag überraschend ausgefallen waren.
Die Astronauten der «Atlantis» waren vier Mal bei Arbeitseinsätzen im freien All. Unter anderem installierten sie ein neues Sonnensegel für die Energieversorgung der Station und reparierten eine Stelle am Hitzeschild der Raumfähre, die sich beim Start gelöst hatte. Wegen dieser Reparatur wurde die zunächst auf elf Tage angelegte Reise um zwei Tage verlängert. Die Landung auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ist für Donnerstag geplant.
Für die Fertigstellung der ISS sind bis 2010 noch zwölf weitere Raumfährenflüge geplant. Danach sollen die US-Raumfähren nicht mehr weiterverwendet werden. Der nächste Shuttle-Start zur ISS ist bereits für August geplant.