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19. Juni 2006 12:56 Uhr
Fußballjubel mit digitaler Verzögerung


Berlin - Die immer weiter fortschreitende Verbreitung digitaler Fernsehsende- und Empfangstechnik führt zu eigenartigen Effekten. So bejubeln Teile der Fußball-Fans die Tore bei der WM mit Zeitverzögerung statt "Live".

Aufschrei der Verzweiflung oder Jubelruf - auch bei räumlicher Nähe fällt in diesen Tagen vielfach auf, dass Fans der Fußballspiele in diversen Restaurants einige Sekunden früher reagieren, als etwa die Zuschauer in den umliegenden Bierstuben.

Grund dafür ist die Digitaltechnik, die durch die regionale Einführung von DVB-T in den letzten Jahren verstärkt den bisher üblichen analogen Empfang abgelöst hat. Live bedeutet für Nutzer digitaler Receiver also nicht mehr zeitgleiches Zuschauen, sondern steht für bis zu sechs Sekunden Verzögerung.

Die Fernsehbilder brauchen bereits durch die räumliche Entfernung zum Ort des Geschehens und die Übertragung über Satellit etwa eine Drittelsekunde bis zum Fernsehgerät. Hinzu kommt im digitalen Bereich nun auch zusätzliche Zeit für die Kodierung der Bilder in das komprimierte MPEG2-Format. Für diesen Schritt benötigen die einzelnen Sender unterschiedlich lange.

Der empfangende Receiver benötigt weitere Sekunden, um die Bilder wieder zu entschlüsseln und auf den Schirm zu bringen. Natürlich schwankt die genaue Dauer je nach Gerät. So kommt es, dass diese vielen Faktoren immer oftmals dafür sorgen, dass die Fans nicht mehr wie aus einer Kehle brüllen. (Typemania)







 
 



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