|
Wien - Es beginnt mit einer offiziell anmutenden E-Mail, scheinbar von der Bank oder einem Versandhaus, in der persönliche Daten abgefragt werden. Hinter den Mails stecken aber Betrüger, die sobald sie die Informationen haben, das Konto ihres Opfers leer räumen. Der Kontoinhaber ist auf eine so genannte Phishing-Attacke hereingefallen.
Der Begriff Phishing ist eine Kombination aus den Wörtern Passwort und Fishing und beschreibt genau was die Täter machen. Sie fischen nach den Passwörtern ihrer Opfer. Die Methoden dieser Datenbeschaffungen variieren leicht. Einmal fordern die Täter, getarnt als Bankinstitut, in ihrer Mail zum Besuch einer bestimmten Webseite auf, um dort die Zugangsdaten für das Bankkonto zu hinterlassen. Ein andermal schicken sie, in das Mail eingebettet, das Formular gleich mit, in das das Passwort eingegeben werden soll. Oft verlangen sie auch noch die Eingabe von zwei Transaktionsnummern (TAN). Haben sie das alles bekommen, dann legen sie los. Mit der einen TAN ändern sie den Zugangscode zum Konto, so dass der Eigentümer keinen Zutritt mehr hat. Mit der der anderen räumen sie das Konto leer.
Phishing-Mails erwecken zwar auf den ersten Blick den Anschein von Echtheit und Seriosität, bei genauerem Hinsehen sind sie aber leicht zu enttarnen. Die Anreden in den Schreiben sind unpersönlich wie "Sehr geehrter Herr" oder "Sehr geehrter Kunde". So etwas ist im reellen Geschäftsverkehr unüblich, man wird normalerweise mit dem Namen angesprochen. Die Mailtexte beinhalten oft schwere Rechtschreib- oder Grammatikfehler. Beispielsweise werden Umlaute nicht beachtet und ungebräuchliche Wörter wie "eintasten" anstatt "eingeben" verwendet. Außerdem würden Banken und Versandhäuser nie per E-Mail zur Bekanntgabe persönlicher Daten auffordern.
Das österreichische Bundeskriminalamt verzeichnet seit Mitte Oktober vermehrtes Auftreten von Phishing-Attacken. Trotz kontinuierlicher Warnhinweise und Medienpräsenz fallen immer wieder Österreicher auf die Tricks der Betrüger herein. Die Fahnder des Bundeskriminalamtes bearbeiten zurzeit etwa 60 Phishing-Fälle, deren Gesamtschaden sich auf circa 200.000 Euro beläuft.
Ist man Opfer eines Phishing-Angriffes geworden, raten die österreichischen Strafverfolger dazu, unverzüglich das entsprechende Unternehmen in dessen Namen das falsche Mail vermeintlich geschickt wurde zu informieren und die Polizei zu verständigen. Die gefälschte Mail sollte gespeichert und für polizeiliche Ermittlungen bereitgehalten werden. Wenn möglich sollte man die gestohlenen Passwörter sofort ändern. So werden die Originalcodes für die Betrüger unbrauchbar.
|